Der staatliche Anteil an der einst größten Bank der USA wird von 8 auf bis zu 36 Prozent erhöht. Nachdem ein weiteres Milliardenloch öffentlich wurde, stürzte die Aktie um 30 Prozent ab.
Die US-Regierung baut ihre Beteiligung an der taumelnden Citigroup massiv aus. Der staatliche Anteil an der einst größten Bank der USA werde von 8 auf bis zu 36 Prozent erhöht, teilte das Kreditinstitut am Freitag mit. Dies soll durch die Umwandlung von Vorzugsaktien über die Bühne gehen und den Steuerzahler kein zusätzliches Geld kosten. Zudem zahlt die in der Finanzkrise schwer gebeutelte Bank vorerst keine Dividende mehr.
Das Institut korrigierte am Freitag zudem seinen Verlust für 2008 noch einmal deutlich nach oben. Wegen weiterer Wertberichtigungen infolge der Finanzkrise von rund 9,6 Mrd. Dollar erhöht sich der Verlust auf 27,7 Mrd. Dollar (21,9 Mrd. Euro).
Citi hat bereits 45 Mrd. Dollar staatliche Hilfen erhalten. Außerdem übernahm die Regierung Bürgschaften über rund 300 Mrd. Dollar für Risikopapiere. Nunmehr wandeln der Staat und mehrere Privatinvestoren Vorzugsaktien in Stammaktien um. Vorzugsaktien belasteten die Bilanz mit Kuponzahlungen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar.
Börse reagiert nicht begeistert
Die Bank kündigte außerdem personelle Änderungen im Verwaltungsrat an. Dort solle es so schnell wie möglich eine Mehrheit neuer, unabhängiger Mitglieder geben, kündigte der Vorsitzende des Gremiums, Richard Parsons, an.
Die Börse strafte die Pläne der Citigroup ab: Kurz nach Handelsbeginn ging es für die Citi-Aktie um mehr als 30 Prozent abwärts. Auch andere Finanzwerte gerieten in den Abwärtssog: Der Kurs der Bank of America fiel um 14 Prozent, JPMorgan-Papiere brachen um 5,5 Prozent ein. Der Dow-Jones-Index weitete seine Verluste kurz nach Handelsstart auf minus zwei Prozent aus und notierte bei 7042 Punkten.
(APA)