Die aktuellen Zahlen zur US-Wirtschaft und die Teilverstaatlichung der Citigroup erschüttern die Wall Street. Der New Yorker Börsenindex Dow Jones schließt auf dem Kursniveau von April 1997.
Die New Yorker Aktienbörse hat sich am Freitag mit schwächeren Kursen ins Wochenende verabschiedet. Der Dow Jones Industrial Index fiel um 1,66 Prozent auf 7.062,93 Einheiten. Damit erreichte er das Kursniveau vom April 1997. Der S&P-500 Index rutschte um 2,36 Prozent auf 735,09 Zähler ab - auf das tiefste Niveau seit Dezember 1996. Auch der Nasdaq Composite Index verringerte sich um 0,98 Prozent auf 1.377,84 Zähler.
Weiterer Absturz wahrscheinlich
Vor allem die Nachrichten, dass die Citigroup teilverstaatlicht wird und dass das BIP der USA im vierten Quartal überraschend so stark (minus 6,2 Prozent) zurückgegangen ist wie zuletzt 1982, drückten auf die Stimmung.
Analysten halten nun einen Absturz von weiteren bis zu 20 Prozent für wahrscheinlich, berichtet "Financial Times Deutschland". Die Marktteilnehmer würden sich stark an charttechnische Marken halten. Der Bruch der von Chart-Analysten bedeutenden 752-Punkte-Marke des S&P sei ein Signal für weitere Verluste in der nächsten Börsewoche. "Kein einziger der großen internationalen Aktienmärkte zeigt noch irgendwelche wahrnehmbaren Lebenszeichen", zitiert die Zeitung einen Fondsmanager.
Citigroup-Aktie stürzt 39 Prozent ab
Als Dow-Jones-Schlusslicht stürzten Citigroup-Papiere um 39,02 Prozent auf 1,50 US-Dollar ab. Die Finanzkrise treibt die einst weltgrößte Bank zu großen Teilen in die Arme des Staates. Angesichts neuer überraschender Milliardenlöcher weitet die US-Regierung ihre Beteiligung massiv aus. Künftig hält der Staat als größter Anteilseigner bis zu 36 Prozent. Der historische Schritt erfolge über eine Umwandlung von maximal 25 Milliarden Dollar an bestehenden Vorzugsaktien des Staates in Stammaktien, teilte die Bank mit.
Die Teilverstaatlichung heizte in den USA Spekulationen über weitere teilweise oder komplette Bankenübernahmen durch die Regierung an. Hinter Citi brachen Titel des Konkurrenten Bank of America um 25,75 Prozent auf 3,95 Dollar ein.
Auch Pharma-Aktien verlieren stark
Pharmatitel wurden weiter von Befürchtungen belastet, dass die Budgetvorschläge von US-Präsident Barack Obama, die auf eine Kostenzügelung im Gesundheitssystem zielen, die Gewinne der Branche belasten. Merck verbilligten sich um 7,07 Prozent auf 24,20 Dollar, Johnson & Johnson verloren 4,65 Prozent auf 50,00 Dollar.
Eine deutliche Dividendensenkung ließ die Anteilsscheine von General Electric (GE) um 6,48 Prozent auf 8,51 Dollar fallen. Der Mischkonzern will statt 0,31 nur noch 0,10 Dollar je Aktie an seien Aktionäre ausschütten.