Versicherungsriese AIG: 460.000 Dollar Verlust pro Minute

AIG in der Krise
AIG in der Krise(c) REUTERS (© Lucas Jackson / Reuters)
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AIG verlor 2008 rund 100 Mrd. Dollar, allein im vierten Quartal 62 Mrd. Die US-Regierung will dem einst weltgrößten Versicherungs-Konzern nun mit 30 Mrd. Dollar unter die Arme greifen.

Der vor dem Bankrott und der Zerschlagung stehende US-Versicherer AIG hat 2008  fast 100 Mrd. Dollar (79,1 Mrd. Euro) verloren. Unter dem Strich sei im vergangenen Jahr ein Verlust von 99,3 Mrd. Dollar angefallen, teilte das Unternehmen am Montag in New York mit. Allein im vierten Quartal fiel wie erwartet ein Verlust von 61,7 Mrd. Dollar an. Dies würde einem Minus von 460.000 Dollar pro Minute entsprechen und wäre der größte Verlust einer Firma in der Wirtschaftsgeschichte. Er sei vor allem auf Abschreibungen zurückzuführen, hieß es.

2007 hatte der Konzern den Angaben zufolge 6,2 Mrd. Dollar verdient. Der Konzern hat sich vor allem mit Versicherungen auf hoch spekulative Papiere verzockt und gehört daher neben der Citigroup zu den größten Verlierern der Finanzkrise.

AIG braucht zum Überleben wie erwartet einen weiteren Kredit der Regierung zum Überleben. Das Finanzministerium werde eine neue Kreditlinie über 30 Mrd. Dollar einrichten, um die Kapitalbasis der Bank zu stärken, teilte die US-Notenbank am Montag in New York mit. Der Schritt war erwartet worden. Insgesamt summiert sich das staatliche Rettungspaket auf rund 180 Mrd. Dollar. Das Geld soll aus dem 700-Milliarden-Rettungspaket (TARP) zur Verfügung gestellt werden.

Die Währungshüter kündigten zudem an, dass die innerhalb der bisherigen Rettungsmaßnahmen ausgegebenen Vorzugs- in Stammaktien umgewandelt werden. Dadurch sinkt der Anteil der bisherigen Unternehmen an der Bank merklich. Mit einem ähnlichen Schritt hat die US-Regierung bereits am Freitag das Überleben der Citigroup erst einmal gesichert.

Im Gegenzug für die Hilfsleistungen werde AIG der US-Notenbank Fed die Mehrheitsanteile an den beiden hoch geschätzten Lebensversicherungssparten AIA und Alico übertragen, sagte die Person. AIA gilt als Kronjuwel unter den asiatischen AIG-Sparten.

Kredite in Höhe von 150 Milliarden Dollar

Der Konzern mit etwa 100.000 Beschäftigten hatte sich am US-Immobilienmarkt verzockt hat droht nun im Strudel der Finanzkrise unterzugehen. Er steckt tief in den roten Zahlen. Die US-Regierung greift dem einst weltgrößten Versicherungskonzern bereits zum vierten Mal seit September unter die Arme. Bislang hat AIG Kredite in Höhe von 150 Milliarden Dollar erhalten, im Gegenzug hat die Regierung 80 Prozent an dem Versicherungskonzern übernommen.

Am Freitag hatte die US-Regierung angekündigt, ihren Anteil an der einst weltgrößten Bank Citigroup auf bis zu 36 Prozent zu erhöhen. Die Teilverstaatlichung der Citigroup zog Börsen weltweit nach unten. Die Wall Street brach auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren ein. Anleger fürchteten, dass der Staat nun auch bei anderen US-Banken einsteigen muss.

(Ag.)

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