Autosalon Genf gewährt Blick in die Zukunft

Der traditionelle Autosalon am Genfer See ab 5. März könnte heuer Krisengipfel und Weckruf zugleich sein. Die Branche steckt einerseits zu tief in Schwierigkeiten, um richtige Feierlaune aufkommen zu lassen. Fast alle Autobauer meldeten zuletzt Absatzeinbrüche, Produktionsstopps und Kurzarbeit. Das Bemühen um sparsame Autos und neue Antriebskonzepte scheint nicht mehr nur Lippenbekenntnis zu sein.

Das ökologisch korrekte Vorzeigeprojekt in diesem Jahr nennt sich "grüner Pavillon". Dort wollen etwa zehn Aussteller zeigen, wie sie sich die saubere Zukunft des Autos vorstellen, angefangen vom Batterieflitzer-Hersteller Tesla bis hin zum spanischen Anbieter Comarth. Fast alle Hersteller basteln derzeit fieberhaft an Elektroautos und schmieden Kooperationen zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. So suchte Daimler vor Weihnachten den Schulterschluss mit Evonik, Volkswagen holte sich Toshiba ins Boot.

Doch es bleibt nicht nur bei futuristischen Studien und wohlfeilen Ankündigungen. Zunächst mal werden Massenfahrzeuge sauberer, Sparsamkeit ist dabei oberstes Gebot. Volkswagen zum Beispiel zeigt die neue Generation seines "Brot-und-Butter"-Autos Polo. Die Abwrackprämie treibt derzeit besonders die Nachfrage nach Kleinwagen in die Höhe.

Mercedes-Benz setzt auf die neue E-Klasse. Noch vor der offiziellen Markteinführung im März sind laut Daimler schon 30.000 Bestellungen aus Westeuropa eingegangen. Der zum Jahresauftakt in Detroit präsentierten Limousine wird nun das E-Klasse Coupe an die Seite gestellt.

Die VW-Tochter Audi zeigt in Genf unter anderem das A5 Cabrio, BMW den sogenannten 5er Gran Turismo. Der Reisewagen ist ein Mix aus Kombi, Limousine und SUV. Die Japaner wollen mit ihrem Vorsprung bei den Hybridmodellen punkten. So zeigt Toyota erstmals in Europa die dritte Generation des Prius, Honda den neuen Insight.

Trotz aller Krise und Vernunft - was auf einer Automesse nie fehlen darf, ist der Stoff zum Träumen. Ein Kandidat dafür ist der Bentley Continental Supersports, der mit 630 PS und einer Beschleunigung in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 seinem Namen alle Ehre machen will.

(APA)

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