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Klimaschutz: Voest prüft Standorte

PK VOESTALPINE AG: EDER
EDER(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Vier der fünf Hochöfen müssen in zehn Jahren erneuert werden – viel hängt von den EU-Vorgaben zum CO2-Handel ab.

Wien. 48 Hochöfen gibt es in Europa, fünf der sechs umweltfreundlichsten sind in Linz und Donawitz bei der Voestalpine. Werden diese Stahlriesen angesichts der strengeren EU-Vorgaben für dem Emissionshandel unterliegende Unternehmen auch in zehn, 20 Jahren glühen? „Ich würde das nicht nur am Thema CO2 und Klima aufhängen – da spielen Faktoren wie Investitionskosten und die Technologie auch mit“, sagte Konzernchef Wolfgang Eder bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse.

Der Stahlkonzern, der bereits zwei Drittel des Umsatzes mit verarbeiteten Produkten macht, denkt schon über die Zukunft nach. Vier Hochöfen, je zwei in Linz und Donawitz, erreichen in zehn Jahren ihr Lebensende. „Wir haben fünf Jahre Zeit für die Entscheidung und weitere fünf Jahre für die Umsetzung“, sagte Eder. Wenn sich die EU-Vorgaben auf ein „verdaubares Maß“ einpendelten, sei die Erneuerung eine ganz normale Investition. Sollten allerdings allein dem Standort Linz CO2-Abgaben in Höhe von 250 Mio. Euro drohen – „dann gibt es keine Diskussion“.

Obwohl die EU in Sachen Klimaschutz teilweise positive Signale in Richtung Industrie ausgesendet hat (den besten Anlagen sollen keine unangemessenen Kosten entstehen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden), machte Eder klar, dass „auf uns massive Belastungen zukommen“.

In der Periode bis 2020 werde der Konzern rund 13Millionen Tonnen CO2 emittieren. Für 30 Prozent davon, etwa vier Millionen Tonnen, muss die Voest Zertifikate kaufen. Derzeit kostet die Tonne Verschmutzungsrechte sechs Euro. Steigt der CO2-Zertifikatepreis auf 20 Euro, was laut Eder durchaus realistisch ist, belastet das die Voest mit 80 Mio. Euro pro Jahr.

Was sich bis 2030 tut, sei offen. Eder gibt sich allerdings etwas versöhnlich: „Da bewegt sich einiges, und ich halte es nicht mehr für so ganz utopisch, dass es zu einer globalen Entscheidung kommen wird“, meinte er mit dem Hinweis darauf, dass auch China und Südkorea Beschränkungen einführen.

 

15 neue Fabriken in China

Neben dem neuen Werk in den USA (Texas) baut die Voest gerade auch eine neue Fabrik in China, die hochpreisige Edelstahlprodukte für den chinesischen Markt produzieren wird. Bis 2020 sollen in China 15 neue Fabriken entstehen.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2014/15 sank der Umsatz um 1,5 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg dank der Einmaleffekte aus dem Verkauf der Flamco-Gruppe und der Plastics-Aktivitäten (an die Polytec) um 12,2 Prozent auf 445 Mio. Euro. Netto blieben 324 Mio. Euro, was einem Plus von 35,9 Prozent entspricht.

Für das gesamte Geschäftsjahr hält Eder am Ausblick fest: Das Ebit werde leicht über dem Vorjahr liegen. Was die Konjunktur betrifft, stimmt der Voest-Chef zwar nicht in den Chor der Pessimisten ein und glaubt an eine leichte Erholung im Lauf des nächsten Jahres. Allerdings müsse man feststellen, dass die positiven Krisen in der Ukraine und Nahost Europas Wirtschaft keine Atempause gönnten. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2014)