Durchwachsene Industriedaten aus Frankreich und Deutschland beeinflussten das Marktgeschehen in Wien kaum.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, am Nachmittag bei gutem Volumen weiter etwas tiefer notiert. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.192,55 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 6,79 Punkten bzw. 0,31 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,36 Prozent, FTSE/London +0,59 Prozent und CAC-40/Paris -0,54 Prozent.
Impulse durch Konjunkturdaten blieben zu Wochenschluss vorerst Mangelware. Durchwachsene Industriedaten aus Frankreich und Deutschland beeinflussten das Marktgeschehen in Wien kaum. Viele Anleger dürften sich vor der Veröffentlichung des monatlichen US-Arbeitsmarktberichts für Oktober zurückhalten, hieß es aus dem Handel. Der Bericht wird am Nachmittag vorgelegt, Analysten erwarten eine weiter robuste Entwicklung des Jobmarkts.
In Wien stand die angelaufene Kapitalerhöhung der Telekom Austria (TA) im Mittelpunkt. 221,5 Millionen neue Aktien sollen zum niedrigen Preis von 4,57 Euro an den Mann gebracht werden. Die Kernaktionäre, America Movil und die Staatsholding ÖIAG, haben sich zur Teilnahme an der Kapitalerhöhung verpflichtet. Nach zwischenzeitlichen Kursverlusten im Eröffnungshandel drehte die TA-Aktie am Vormittag ins Plus und notierte zuletzt mit Zugewinnen von 0,87 Prozent bei 5,90 Euro.
Die Berichtssaison läuft unterdessen weiter. Der Kranhersteller Palfinger hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 weniger Gewinn bei steigendem Umsatz erzielt. Das Konzernergebnis liegt mit 32,4 Mio. Euro unter dem Vorjahreszeitraum von 34,3 Mio. Euro. Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 11 Prozent auf 795,1 Mio. Euro. Nach leichten Verlusten im Frühhandel notierten die Titel zuletzt mit einem knappen Plus von 0,19 Prozent bei 18,59 Euro.
An der Spitze des ATX notierten am frühen Nachmittag die Anteilsscheine von Andritz, die 3,01 Prozent auf 42,38 Euro zulegten. Die Analysten der Berenberg Bank haben ihre Kaufempfehlung und ihr Kursziel von 50 Euro für die Aktien des steirischen Anlagenbauers bestätigt. Die Wertpapierexperten von JPMorgan wiederum bestätigten sowohl ihr Kursziel von 52 Euro als auch ihre "Overweight"-Empfehlung.
Auch zu einigen anderen Werten wurden neue Studien veröffentlicht. So senkte etwa HSBC das Kursziel für voestalpine-Aktien von 31,20 auf 30,10 Euro. Die Anlageempfehlung "Underweight" bleibt aufrecht. Die Analysten verwiesen auf enttäuschende Einnahmen im zweiten Quartal. Die Papiere der voestalpine notierten zuletzt mit einem Plus von 0,42 Prozent auf 31,21 Euro.
Zur OMV, die mit deutlichen Abschlägen von 3,37 Prozent bei 24,10 Euro notierte, äußerten sich die Analysten der UBS. Die Experten der Schweizer Großbank bestätigten sowohl ihr Kursziel von 26 Euro als auch ihr "Neutral"-Votum.
Die weiteren Indexschwergewichte notierten allesamt im Minus. Die Anteilsscheine der Erste Group verbilligten sich um 1,26 Prozent auf 19,61 Euro. Die Raiffeisen-Aktie verlor 1,50 Prozent auf 16,40 Euro. Immofinanz-Titel standen knapp behauptet um 0,17 Prozent tiefer bei 2,32 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.205,38 Punkten, das Tagestief lag um etwa 12.50 Uhr bei 2.190,96 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 0,29 Prozent bei 1.099,30 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 18 Titel mit höheren Kursen, 18 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 4.871.234 (Vortag: 2.747.178) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 87,190 (79,17) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher OMV mit 330.926 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 16,17 Mio. Euro entspricht.
(APA)