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Real oder online: Mehr als 150 Freunde geht nicht

Das Sozialleben im Online-Spiel entspricht dem aus der Steinzeit.

Wer mit tausenden Freunden auf Facebook angibt, pflegt sicher nicht zu allen persönlichen Kontakt. Mehr als 150 Freunde überschreiten die Leistung unseres Gehirns, berechneten Psychologen vor 20 Jahren für das reale Leben. Stefan Thurner, Komplexitätsforscher der Med-Uni Wien, bestätigte dies nun im virtuellen Raum. Gemeinsam mit Michael Szell betreut er das Online-Rollenspiel „Pardus“, bei dem 400.000 User weltweit als Händler, Piraten, Schmuggler und Piloten im Weltall neue Welten aufbauen.

Die Aufzeichnung des Verhaltens der Spieler bietet der Sozialwissenschaft so detaillierte Daten, wie sie sonst nur die Naturwissenschaft hat. 2013 belegten die Forscher, dass Frauen auch virtuell ihre Netzwerke kompakter und stabiler organisieren als Männer. Die Analyse der sozialen Beziehungen in „Pardus“ zeigte, dass maximal 136 Mitspieler als Freunde bezeichnet werden. Das entspricht dem psychologischen Limit. Anscheinend hat die Online-Gesellschaft noch gleiche Hierarchien und Strukturen wie früher Jäger und Sammler. (APA/vers)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2014)