"Bisher haben wir noch über nichts Inhaltliches geredet", sagt ein GDL-Funktionär. Der aktuelle Streik soll heute um 18 Uhr enden, er kostet die Bahn schon schon mehr als 100 Mio. Euro.
Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL hat mit neuen Streiks gedroht, sollte es bei den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn keine inhaltlichen Fortschritte geben. "Bisher haben wir noch über nichts Inhaltliches geredet", sagte der GDL-Bezirksvorsitzende von Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall, am Samstag im rbb.
Die Bahn beharre auf der Position, "dass wir nicht für all unsere Mitglieder tarifieren dürfen". Sollte das Unternehmen nicht einlenken, "wird es tatsächlich wieder zu Ausständen kommen".
Die GDL will ihren bisher längsten Streik am Samstag vorzeitig um 18.00 Uhr beenden. Kern des Konflikts ist, dass die GDL außer für die 20.000 Lokführer auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer verhandeln will. Die Vertretung dieser Gruppe beansprucht allerdings die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für sich. Die Bahn lehnt konkurrierende Gehaltsabschlüsse ab.
Streik kostet schon mehr als 100 Mio. Euro
Die Deutsche Bahn (DB) hat durch den Streik nach eigenen Angaben schon einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe erlitten. "Der Schaden beträgt bislang mehr als 100 Millionen Euro und wird sich auch in dieser Größenordnung in unserer Jahresbilanz niederschlagen", sagte Bahnchef Rüdiger Grube der Zeitung "Bild am Sonntag".
"Vom Imageschaden und Vertrauensverlust der DB ganz zu schweigen", fügte er hinzu. Im Tarifkonflikt mit der Bahn streikt die GDL zum zweiten Mal binnen weniger Wochen.
(APA/Reuters)