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Energiewende rückwärts: Australien reduziert saubere Energie

Kraftwerk in Wollongong, Australien.(c) REUTERS (� Daniel Munoz / Reuters)
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Australien investiert dieses Jahr 70 Prozent weniger in erneuerbare Energie. In einem ersten Schritt soll die Kohlendioxidsteuer wieder abgeschafft werden.

Australiens unabhängiger Klimarat schlägt Alarm. Vom Vorreiter der Energiewende sei das Land am besten Weg, zum Nachzügler zu werden. Allein in diesem Jahr sind die Investitionen in saubere Energie um 70 Prozent zurückgegangen. Der Klimarat macht dafür unklare politische Vorgaben verantwortlich, wie er in einer neuen Studie am Montag schreibt.

Schuld an dem Rückgang seien unklare Vorgaben in der Klimapolitik des Landes. Wir hinken der ganzen Welt hinterher", sagte der Vorsitzende des Klimarats, Tim Flannery, dem Rundfunksender ABC. 

Steuer sei "schlecht für das Geschäft"

Australien hat in diesem Jahr als erstes Land der Welt die bereits 2012 eingeführte Kohlendioxidsteuer ("carbon pricing tax") wieder abgeschafft. Das Argument: sie sei schlecht für das Geschäft. Deshalb setzt die Regierung nun wieder auf Kohle statt auf erneuerbare Energiequellen.

Australien gehört allerdings zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2. Dieser liege höher als jener von Europäern oder Chinesen, heißt es in dem Bericht. Mit einer Emission von 19 Tonnen CO2 pro Kopf liegt das Land neben den USA an der Spitze der CO2-Emittenten. Bis 2020 soll dieses Niveau um fünf Prozent unter jenes vom Jahr 2000 gesenkt werden. Im weltweiten Vergleich belege das Land inzwischen den 15. Platz der Treibhausgas-Produzenten, vor 170 anderen Ländern.

Der von Spenden finanzierte Klimarat wurde von Wissenschaftlern der früheren staatlichen Klimakommission gegründet. Diese hatte die konservative Regierung von Premierminister Tony Abbott nach Amtsantritt im vergangenen Jahr abgeschafft.

Abbott ist Gastgeber des G20-Gipfeltreffens der wichtigsten Industrie und Schwellenländer. Sie tagen kommendes Wochenende in Brisbane an der australischen Ostküste. Er hat deutlich gemacht, dass er dem Thema Klimawandel keinen breiten Raum einräumen will. Nach vorläufigen Entwürfen soll es in der Abschlusserklärung nur mit einem Satz vorkommen.

(APA/dpa/Red.)