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Fortpflanzungsmedizin: Reform "mutiger Schritt"

Der Entwurf der Regierung sei "deutlich mehr als von uns erwartet", heißt es aus dem Kinderwunschzentrum am Wiener Goldenen Kreuz.

SP-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zeigt sich erfreut, dass bei der Fortpflanzungsmedizin der "Durchbruch" gelungen sei. Der in Begutachtung geschickte Entwurf brächte einen "Riesenschritt in Richtung einer modernen Verankerung der Fortpflanzungsmedizin in unserer Gesellschaft" - die ihr als Frauenministerin seit jeher ein Anliegen gewesen sei, meinte sie in einer Aussendung.

Positiv überrascht zeigte sich Univ.Prof. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums am Wiener Goldenen Kreuz: "Der vorliegende Gesetzesentwurf ist ein mutiger Schritt und deutlich mehr als von uns erwartet. Er bringt Österreich eindeutig auf europäisches Niveau." Eizellspende für Frauen im fruchtbaren Alter, Samenspende für lesbische Paare sowie für heterosexuelle Paare auch bei In-Vitro-Fertilisation brächten eine "unsagbare Erleichterung", die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik in bestimmten Fällen erachtet er als "sehr wichtig und richtig". Strohmer fragt sich allerdings, ob eine Samenspende auch für alleinstehende Frauen zugelassen wird, wie das Thema "Social Egg Freezing" behandelt wird - und ob auch Eizellspende und PID aus dem IFV-Fonds finanziert werden.

Grüne gegen Ausschluss von alleinstehenden Frauen

Die Grünen begrüßen zwar den Entwurf zum Fortpflanzungsmedizingesetz, sind aber nicht ganz zufrieden: Familiensprecherin Daniela Musiol äußerte sich "verwundert" darüber, dass allein stehende Frauen weiter von der medizinisch unterstützten Fortpflanzung ausgeschlossen blieben.

Neos-Justizsprecherin Beate Meinl-Reisinger zeigte sich "positiv überrascht, dass die Regierung innerhalb der Reparaturfrist eine Einigung erzielen konnte" - und dass die Regierungsparteien einen "überraschend weitgehenden Einigungsvorschlag" erreichten. Sie begrüßte neben den bekannten Punkten auch, dass der Begriff "Elternteil" im ABGB auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten soll. Das sei "eine sehr wichtige Maßnahme zur Gleichstellung von homosexuellen Paaren".

(APA)