Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 1,9 Prozent. Erst das OPEC-Treffen kommende Woche könnte ein Wendepunkt sein.
Der überraschende Rutsch Japans in die Rezession hat die Ölpreise am Montag belastet. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 1,9 Prozent auf 77,94 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI fiel um 1,3 Prozent auf 74,80 Dollar.
Das Bruttoinlandsprodukt in Japan, dem weltweit viertgrößten Ölverbraucher, sank von Juli bis September um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Ökonomen hatten dagegen ein Wachstum von 0,5 Prozent vorausgesagt. Im Frühjahr war die japanische Wirtschaft um 1,9 Prozent geschrumpft, da sich die Verbraucher nach einer Mehrwertsteuer-Erhöhung mit Käufen zurückhielten.
Kürzung der Förderung erwartet
"Das ist ein weiterer Schlag für den Ölpreis", sagte Tony Nunan, Rohstoff-Experte bei Mitsubishi Corp. "Der Abwärtstrend ist immer noch intakt, erst das OPEC-Treffen in der kommenden Woche könnte der Wendepunkt sein." Die Organisation Erdöl exportierender Staaten will am 27. November in Wien zusammenkommen. Einige Marktteilnehmer spekulieren, dass die OPEC die Ölförderung kürzen wird. Seit Jahresbeginn ist der Brent-Preis um rund 30 Prozent eingebrochen.
Auch die Kommentare der Internationale Energieagentur (IEA) wirkten laut Händlern noch nach. Die Behörde erwartet auch im kommenden Jahr weiter sinkende Ölpreise. Der Ölmarkt befinde sich nun in einer neuen Ära mit einer schwächelnden Wirtschaft in China und einem Schieferöl-Boom in den USA, erklärten die Experten am Freitag. Daher sei eine baldige Rückkehr zu alten Höchstständen unwahrscheinlich.
(APA/Reuters)