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Explosion in der Steiermark: Männer bastelten Böller

Das zerstörte Gebäude.
Das zerstörte Gebäude.APA/LFV/THOMAS MEIER
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Ein 57-Jähriger und sein 29 Jahre alter Sohn sind bei einer Explosion ums Leben gekommen. Sie hatten mit hochexplosivem Pulver hantiert.

Bei einer Explosion in Kapfenstein im Bezirk Südoststeiermark sind am Montagabend zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 57-jähriger Mann und sein 29 Jahre alter Sohn hatten in einem Wirtschaftsgebäude auf einem landwirtschaftlichen Anwesen Knallkörper gebastelt. Dabei dürfte etwas schief gegangen sein, gegen 18.20 Uhr flog alles in die Luft. Die Detonation war kilometerweit zu hören, die Druckwelle zerriss das Wirtschaftsgebäude förmlich. Ein 33-jähriger Sohn war zum Zeitpunkt der Explosion gerade in ein Nebengebäude gegangen und wurde nur leicht verletzt.

Vom Wirtschaftsgebäude ist nur noch "Schutt und Asche" übrig, erklärte Maximilian Ulrich von der Landespolizeidirektion Steiermark am Abend. Die Nebengebäude sind teilweise schwer beschädigt, auch das Haus eines Nachbarn hat es erwischt: Fenster gingen durch die Druckwelle zu Bruch und auch das Dach des Nachbarn habe regelrecht angehoben. Die Teile des zerstörten Wirtschaftsgebäudes liegen in einem Umkreis von rund 500 Metern verteilt.

Woher die beiden Männer das Material für die Knallkörper hatten, konnte noch nicht geklärt werden. Nachbarn sprachen davon, dass sie zu Silvester öfter selbst Feuerwerkskörper gebastelt hatten.

Entschärfungsdienst weiter im Einsatz

Der Entschärfungsdienst des Innenministeriums ist - Stand Dienstagvormittag - nach wie vor mit Sicherungsarbeiten beschäftigt. In den Trümmern wurde ein der Nacht weiteres explosives Material gefunden. Laut Polizeisprecher Fritz Grundnig könnte es sich bei einer der Bastelzutaten um eine Mischung aus Aluminiumoxid handeln. Mehrere Leichenteile wurden bereits geborgen.

Die Spezialisten dürften noch Stunden mit der Entsorgung des gefährlichen Materials beschäftigt sein. Erst danach können Tatortermittler auf das großräumig abgesperrte Gelände. Die explosiven Stoffe müssen laut Grundnig in mühsamer Kleinarbeit händisch von den Entschärfungsbeamten aus dem Trümmern geholt werden. Danach soll alles in einem gesicherten Anhänger abtransportiert werden, um es an einem anderen Ort genauer zu untersuchen.

Zeuge erlitt schweren Schock

Der 33-jährige Sohn konnte bisher nur kurz befragt werden. Er steht unter einem schweren Schock, über den Inhalt seiner Angaben ist bisher nichts näheres bekannt. In der Zwischenzeit wird das Schadensausmaß an den umliegenden Häusern immer deutlicher. Polizisten versuchen Beschädigungen bei den Nachbarn zu erheben. Rund 100 Feuerwehrleute waren am Abend im Einsatz, um den Brand nach der Explosion zu löschen. Danach haben sie beim Abdecken von umliegenden Hausdächern geholfen. Die Druckwelle der Detonation hatte unzählige Ziegel heruntergefegt. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

Die 55-jährige Ehefrau und Mutter hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion im Wohnhaus auf und blieb unverletzt. Sie und der verletzte 33-jährige Sohn mussten vom Kriseninterventionsteam betreut werden.

(APA)