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Pop

Cro in Wien: Ein Rapper für die ganze Familie

GERMANY MUSIC CRO
(c) APA/EPA/RONALD WITTEK
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10.000 Fans aller Altersgruppen jubelten am Montagabend ihrem maskierten Pop-Idol zu. Der 24-Jährige holte junge Besucher auf die Bühne und ältere aus dem "Tao Tao"-Trauma.

Wer derzeit ungefähr dreißig Jahre alt ist, wird sich wohl noch gut an "Tao Tao" erinnern, eine japanische Zeichentrickserie um den gleichnamigen Pandabären. Die pathosreiche Serie, die zu Tränen rührte, aber auch Traumata bei den jüngsten Sehern hinterließ, erreichte in den 1980ern ein Millionenpublikum. Erfolgreich ist auch Carlo Waibel alias Cro, der Rapper mit der Pandamaske. Der deutsche Popstar, gerade einmal 24 Jahre alt, hat bislang zwei Nummer-Eins-Alben veröffentlicht und weit mehr als zwei Millionen Tonträger verkauft. Am Montagabend gastierte er im Rahmen seiner "Mello"-Tour in der Wiener Stadthalle. Ursprünglich war der Gig im Gasometer geplant gewesen. Das Interesse war so groß, dass ihn die Veranstalter in die Wiener Stadthalle verlegten. 10.000 Besucher waren gekommen, ein guter Teil davon mit elterlicher Begleitung. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren trat Cro noch vor einer guten Hundertschaft im kuscheligen Gürtellokal B72 auf.

Die Cro'sche Erfolgspyramide

Schnell wurde klar, weshalb er dermaßen erfolgreich ist: Cros Songs sind durchgehend Formatradio-tauglich, haben einfache Texte zum Mitsingen und verbreiten gute Laune. Daran ist nichts auszusetzen. Der vierte Stein in der Cro'schen Erfolgspyramide ist die Interaktion mit dem Publikum. Denn die Aufmerksamkeitsspanne ist gerade beim jungen Zielpublikum endenwollend. So holte der Rapper bereits nach wenigen Minuten einen Fotoapparat aus seinem Rucksack und ging auf einen Fan in der ersten Reihe zu: "Mit dir will ich ein Foto machen". Kundenbindung will eben gelernt sein.

Ein bisschen Pathos, viel Konfetti

Bei der Nummer "Du" durften sich zwei Konzertbesucher "battlen", so viel Hiphop-Kultur musste sein. Die beiden Mädchen erhielten unterschiedliche Reaktionen aus dem Publikum, das über die Siegerin per Applaus entscheiden durfte. Vor dem Lied "Ein Teil" bat er schließlich alle Besucher, ihre Handys in die Höhe zu strecken. Tausende folgten ihm. Feuerzeuge? Ja, das war einmal. Sein erster großer Chartshit "Easy", der ein Sample von Bobby Hebb ("Sunny") enhält, durfte selbstverständlich nicht fehlen. Dazwischen setzte sich Cro ans Piano. Ein bisschen Pathos zwischendurch. Danach flog wieder Konfetti.