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"Angespannte" Atomgespräche: Endspurt in Wien

US-Außenminister Kerry, sein iranischer Amtskollege Zarif und EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton Donnerstagabend in Wien.
US-Außenminister Kerry, sein iranischer Amtskollege Zarif und EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton Donnerstagabend in Wien.(c) REUTERS (LEONHARD FOEGER)
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Zwei Stunden lang berieten US-Außenminister John Kerry und Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif Donnerstagabend zum Auftakt der Atomgespräche in Wien. Laut Russland sei die Atmosphäre "angespannt".

Nach rund zwei Stunden ist am Donnerstagabend das erste Spitzentreffen im Rahmen der entscheidenden Runde der Wiener Atomgespräche beendet worden. Dies verlautete aus Diplomatenkreisen. US-Außenminister John Kerry war nach seiner Ankunft in Wien mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif und der EU-Verhandlungsführerin Catherine Ashton zu einem Gespräch zusammengekommen.

Gegen 23 Uhr hieß es, dass das Gespräch von Kerry, Zarif und Ashton beendet worden sei. Die Frist für eine Einigung im seit einem Jahrzehnt ungelösten Konflikt läuft am Montag aus. Mit diesem Tag ist ein vor einem Jahr geschlossenes Übergangsabkommen des Iran mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland befristet, dass einen Stopp der Uran-Anreicherung auf 20 Prozent sowie schärfere Kontrollen des iranischen Atomprogramms im Gegenzug für eine Lockerung der internationalen Sanktionen gegen Teheran vorsieht.

Bereits im Sommer hatten zwei einflussreiche Senatoren - der Demokrat Robert Menendez und der Republikaner Lindsey Graham - harte Bedingungen für ein Atomabkommen mit dem Iran gefordert. So müsste Teheran mindestens 20 Jahre lang Inspektionen seiner Atomanlagen gestatten, bevor der Kongress einer Aufhebung der Sanktionen zustimmen könne. Der Iran will aber eine sofortige Aufhebung der Sanktionen, sobald ein endgültiges Atomabkommen unterzeichnet wird.

Abkommen zu erreichen sei "sehr schwierig"

Die Wiener Atomgespräche finden nach russischer Darstellung in einer "angespannten Atmosphäre" statt. Ein Abkommen bis zum Fristende am Montag zu erzielen sei daher "sehr schwierig", sagte der russische Verhandler, Vizeaußenminister Sergej Rjabkow, am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Novosti.

"In der derzeitigen Situation wird es sehr schwierig sein, zu einer Vereinbarung zu kommen, wenn kein neuer Schwung in die Verhandlungen kommt", meinte Rjabkow.

Die internationale Staatengemeinschaft verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Kernenergie nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück.

(APA)