leicht Wo früher Holz, Ziegel und vor allem Kohle nach Wien gebracht wurde, lässt sich nun vorzüglich wandern.
Verkehrstechnisches Rückgrat des Industrieviertels ist heute die Südautobahn, die als vierspuriger Betonwall im Süden Wiens beginnt, an der Shopping City vorbeiprescht, die Kurstadt Baden elegant umschifft und schließlich Richtung Süden weiterrollt. Eine andere, ähnlich geradlinige, freilich ehemalige Verkehrsader, ist der Wiener Neustädter Kanal: Er war die Autobahn des 19. Jahrhunderts, Verkehrsader für schwere Güter. Auf der 56 Kilometer langen Wasserstraße transportierte man Holz, Ziegel und vor allem Kohle nach Wien: mittels Pferden, die vom Ufer aus Lastkähne zogen. Heute stören weder Kähne noch Rösser, Gelegenheit also für einen ausgedehnten Spaziergang, wie er in Harald Rötzers Wanderführer „Wiener Gegenden“ beschrieben wird, einem kleinen Kompendium durchaus überraschender Touren (samt interessanter Hintergrundinformationen) in und um Wien.
Von Guntramsdorf (erreichbar mit der Badner Bahn) spazieren wir den Kanal in Richtung Süden entlang, vorbei an alten Industrieanlagen, die Gumpoldskirchner Weinberge im Blick. Bei Tribuswinkel überquert der Kanal mit einer interessanten Brückenkonstruktion die Schwechat. Nach Baden wird die Gegend wieder einsamer, bis uns bei der A2-Unterführung die heutige Verkehrsader der Region wieder an ihre Existenz erinnert. Nach dem Flugplatz von Bad Vöslau passieren wir beim Ort Kottingbrunn eine frühere Pferderennbahn. Auf Höhe der Teiche biegen wir rechts in die Kaiserallee des Schlossparks ein. Nahe dem Wasserschloss befindet sich die Haltestelle der Südbahn, an der regelmäßig Schnellbahnen nach Wien halten.
Anforderung: leicht
Dauer: xx Stunden
Startpunkt: 3,5
Anfahrt: Mit dem Zug/
Alle Wanderrouten im Überblick
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2009)