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Agrarwirtschaft: Jeden Tag sperren sechs Bauernhöfe zu

(c) FABRY Clemens
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In kaum einer anderen Branche gibt es einen so starken Strukturwandel wie in der Landwirtschaft. Allerdings hat sich das Bauernsterben zuletzt verlangsamt, wie aus einem Bericht der Statistik Austria hervorgeht.

Wien. Die Statistik Austria ist aufgrund einer EU-Richtlinie verpflichtet, in regelmäßigen Abständen detaillierte Erhebungen über die Strukturveränderungen bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben durchzuführen. Die Daten haben indirekt Auswirkungen auf die Förderpolitik. Bis 2020 sollen in Österreich unter dem Titel „Ländliche Entwicklung“ 7,7 Milliarden Euro an Bauern verteilt werden. Das Volumen und die Verteilung sind umstritten. Die Opposition verlangt, dass künftig mehr Geld an kleinere Betriebe statt an landwirtschaftliche Stiftungen und Gesellschaften fließt. „Die Presse“ bringt einen Überblick über die Daten der Agrarstrukturerhebung 2013, die am Freitag von der Statistik Austria veröffentlicht wurden.

(C) DiePresse


• Im Vergleich zu früher hat sich das Bauernsterben verlangsamt. 1995 gab es noch 239.099 landwirtschaftliche Betriebe. Das waren um 30 Prozent mehr als im Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren ging die Zahl der Bauern um 13 Prozent zurück. Damit gaben seit 2003 pro Jahr durchschnittlich 2400 Landwirte ihren Hof auf, verpachteten oder verkauften ihn.

• Im Vorjahr wurden nur noch 37 Prozent aller Betriebe im Haupterwerb geführt. Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe stieg auf 55 Prozent. Bei den restlichen acht Prozent handelt es sich um Personengemeinschaften beziehungsweise um Betriebe, hinter denen juristische Personen stehen.

• Die österreichische Landwirtschaft ist im EU-Vergleich noch immer klein strukturiert. Doch es gibt einen Trend zu größeren Betrieben. 2003 wurde von einem Betrieb im Durchschnitt eine Gesamtfläche von 39 Hektar bewirtschaftet. Im Vorjahr waren es bereits 44,2 Hektar. Die Zahl der Menschen, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, ist auf 414.410 gesunken. Davon waren 83 Prozent familieneigene Arbeitskräfte. (höll)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.11.2014)