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"Il Messaggero": Bank Austria will drei Mrd. Euro Staatshilfe

Unicredit, Bank Austria Creditanstalt Foyer
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die italienische Bank Austria-Mutter Unicredit will laut der italienischen Zeitung "Il Messaggero" in Italien und Österreich Staatshilfen in Anspruch nehmen. Die Bank Austria gibt dazu keinen Kommentar ab.

Die UniCredit will in Italien und Österreich Staatshilfen zur Stärkung ihres Kapitalstocks in Anspruch nehmen. Über diesen Plan will der Aufsichtsrat der Mailänder Bank am kommenden Dienstag diskutieren, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Donnerstag.

Drei Milliarden Euro will die UniCredit-Tochter Bank Austria der Zeitung zufolge in Österreich beantragen. Eine Milliarde Euro wolle die Mailänder UniCredit in Italien beanspruchen. Über die Gestalt der Staatshilfen für die Häuser und den Zeitrahmen werden keine Details genannt. Das soll Thema im UniCredit-Aufsichtsrat am Dienstag sein.

Bank Austria: "Es gibt keine Festlegung"

In der Bank Austria in Wien gab es heute keinen Kommentar zu diesem Medienbericht. Man prüfe die Inanspruchnahme von staatlicher Unterstützung. Bisher gebe es aber keine Festlegung, weder in die eine noch in die andere Richtung, so Banksprecher Martin Halama am Donnerstag Vormittag.

Bankchef Erich Hampel hatte vor einigen Wochen angekündigt, bis März entscheiden zu wollen, wie weit man mit Hilfe des Staates den Eigenkapitalpolster auffüllt.

UniCredit-Konzernchef Alessandro Profumo hat bereits öffentlich deponiert, er erwäge für die Bank in Österreich die Inanspruchnahme staatlicher Bankenunterstützung, mit Blick aufs Ostrisiko, das ja die Bank Austria für den Konzern managt. Bei der Bank Austria könnte es sich nach früheren APA-Informationen um ein Volumen von zwei bis drei Mrd. Euro handeln.

Unicredit-Chef will Mandat für Staatshilfen

UniCredit-Chef Profumo will vom Aufsichtsrat jedenfalls ein Mandat für Anträge auf Staatshilfen in Italien und Österreich erhalten, berichtete die Tageszeitung Il Messaggero heute weiter. Mit den Staatshilfen wolle UniCredit Unternehmen stärkere Liquidität garantieren.

Vor zwei Wochen hat die italienische Regierung die Emission der sogenannten "Tremonti-Bonds" genehmigt. Dabei handelt es sich um Wandelanleihen ohne feste Laufzeit (Perpetual Bonds), die das Finanzministerium in Rom zur Stützung der Banken zeichnet und die diese bei einer Stabilisierung der Situation fällig stellen können. Im Rahmen dieses Hilfsprogramms für italienische Banken kauft der italienische Staat für bis zu 12 Mrd. Euro Anleihen, um den Kapitalstock der Institute im Land aufzubessern.

Erste italienische Bank beantragte Staatshilfe

Die meisten italienischen Banken sind in der Finanzkrise bisher glimpflich davongekommen, weil sie keine hochriskanten Papiere gekauft und Kredite vergeben hatten. UniCredit und Intesa Sanpaolo haben jedoch angekündigt, das Hilfsprogramm der Regierung zu prüfen. Wirtschaftsminister Giulio Tremonti hatte von einem "sehr starken Interesse" der Banken gesprochen. UniCredit hat sich ohne Staatshilfe bereits 6,6 Mrd. Euro frisches Kapital beschafft. Die Mailänder Großbank leidet unter der Krise in Osteuropa, wo sie - via Bank Austria - stark vertreten ist.

Die Banco Popolare hat diese Woche als erste italienische Bank Staatshilfe in Anspruch genommen. Das sechstgrößte Kreditinstitut des Landes hat bei der Zentralbank und beim Wirtschaftsministerium in Rom beantragt, Anleihen über 1,45 Mrd. Euro ausgeben zu dürfen. Den Erlös könnte die Bank dazu verwenden, die angeschlagene Tochter Italease von der Börse zu nehmen.

(APA)