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Life (VOX): Ein Mann mit dem gewissen Instinkt

ORF1, MI, 18.03.2009, 21:00 UHR
(c) ORF (-)
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Zwölf Jahre saß in der US-Serie "Life" ein Cop (unschuldig) im Gefängnis, dann kehrt er zurück in den Polizeidienst. Als sanftes Lämmchen, das auf Rache sinnt.

Was ist das nur mit den neuen Männern in Fernsehserien? Ein wenig asozial kommen sie daher, aber sie verfügen über einen untrüglichen Instinkt: Wie das Diagnosegenie Gregory House (Hugh Laurie) in "House" und der vielleicht-vielleicht-nicht übersinnlich begabte Hilfsermittler Patrick Jane (Simon Baker) in "The Mentalist". Und neuerdings auch Damian Lewis als Charlie Crews. Der saß zwölf Jahre wegen eines brutalen Dreifachmordes (Vater, Mutter, Kind) im Gefängnis, bis sein Verfahren neu aufgerollt und seine Unschuld bewiesen wurde.

Seine Frau hat einen Neuen, seine Mutter ist tot. Aber der - wegen der Entschädigungszahlungen - nunmehr schwerreiche Charlie kehrt trotzdem zurück in den Polizeidienst. Er wird einer jungen, feschen und harten Polizistin ("Nennen Sie mich Detective!") namens Dani Reese (gespielt von Sarah Shahi, die zuletzt in der Serie "The L Word" zu sehen war) zur Seite gestellt.

Für eine humoristische Komponente sorgt, dass Crews durch seinen Gefängnisaufenthalt einige technische Neuerungen verpasst hat. "Science-Fiction. Als wäre die Zukunft schon da", sagt er verwundert angesichts eines Handys. Dass solche Handtelefone schon in dem Wirtschaftssthriller "Wallstreet" von 1987 eine nicht unerhebliche Rolle spielten und sie 1995, als Charlie ins Gefängnis kam, also nicht mehr reine Zukunftsmusik waren, das sei einmal dahingestellt.

Natürlich raubt er seiner Partnerin den letzten Nerv und natürlich lernt sie viel von Crews. Denn der hat sich im Häfn offenbar ausgiebig mit Zen beschäftigt und verfügt nun über einen scheinbar untrüglichen sechsten Sinn für Verbrechen. "Haben sie die Kugel gesucht?" fragt er zwei dämlich dreinblickende Polizisten in der Pilotfolge. "Haben Sie auch den Hund gefragt?" Mörder erkennt er prinzipiell. Weil ihnen der Mord aus den Augen herausschaut, eh klar.

Auch das kennt man von "House" und Co: Das scheinbar starke, aber nicht ganz so schlaue Weibchen. Hat sich der weibliche Instinkt in Richtung Mann verabschiedet und einen Macho für die Wellness-Generation geschaffen, fragt man sich. Denn Crews ist eine Mischung aus Supertyp und Problemfall. Frauen hat er zur Genüge, ein großes Haus und einen schönen Schlitten. Aber die Geister der Vergangenheit, die jagen ihn. Auch das hat seinen Fixplatz: Was bei "House" ein Bein ist und bei "The Mentalist" die ermordete Familie, das ist bei Crews das Foschen nach dem Grund für seine zwölf verpassten Jahre. In seiner Freizeit hadert er also mit der per Audiobook vermittelten Zen-Lehre, dass "Rache keine Gerechtigkeit bringt". Aber inneren Frieden, den bringt sie vielleicht schon.

"Life", ab 18. März auf auch ORF1, jeweils Mittwoch, 21 Uhr