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Cervantes-Literaturpreis geht an Juan Goytisolo

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Juan Goytisolo(c) APA/EPA/JORGE GONZALEZ (JORGE GONZALEZ)
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Der Cervantes-Preis ist mit 125.000 Euro dotiert. Goytisolo gilt als Mittler zwischen der westlichen und der arabischen Welt.

Der spanische Schriftsteller Juan Goytisolo, ein Pendler zwischen den Kulturen, erhält den diesjährigen Cervantes-Literaturpreis. Dies gab Spaniens Kulturminister Jose Ignacio Wert am Montag in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis ist mit 125.000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt.

"Goytisolo repräsentiert eine der Spitzen der spanischen Literatur, vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg", sagte der Jury-Präsident Jose Manuel Caballero Bonald, der die Auszeichnung 2012 erhalten hatte.

Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung an die ungeschriebene Regel, wonach die Auszeichnung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zugesprochen wird. Im Vorjahr hatte die Mexikanerin Elena Poniatowska den Cervantes-Preis erhalten.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Trauer im Paradies" sowie die Trilogie "Identitätszeichen", "Rückforderung des Grafen Don Julian" und "Juan ohne Land", eine Abrechnung mit den rückständigen Traditionen der Gesellschaft unter der Franco-Diktatur (1939-1975).

Goytisolo lebte in Spanien, Frankreich und Marokko

Der 83-jährige Goytisolo gilt als ein kritischer Intellektueller und Mittler zwischen der westlichen und der arabischen Welt. Er wuchs in Barcelona auf, lebte im Exil in Frankreich, dozierte in den USA und ließ sich schließlich in Marokko nieder. Seine Werke spiegeln diese reiche Erfahrungswelt wider. Auch seine Brüder sind Schriftsteller: Der Poet José Agustín Goytisolo, der älteste des Trios, starb 1999 in Barcelona beim Sturz aus einem Wohnungsfenster. der jüngste Bruder Luis wird als Nobelpreisfavorit gehandelt.

Neben Romanen veröffentlichte er Erzählungen, Reisebücher und Essays. Die besondere Vorliebe des Orientexperten ist die islamische Kultur. Goytisolo lernte Arabisch und adoptierte in Marrakesch drei Kinder, die er in seinem Testament zu seinen Universalerben erklärte.

(APA/dpa)