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Personalvertreterwahl: Schwarzer Erfolg bei Wiener Lehrern

Susanne Brandsteidl
Susanne BrandsteidlAPA/HERBERT NEUBAUER
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Die SPÖ stürzt bei Pflichtschullehrern weiter ab. Nach dem erstmaligen Umsturz 2009 baut die FCG nun weiter aus.

Im tiefroten Wien bleibt die Personalvertretung bei den rund 12.000 Pflichtschullehrern künftig fest in der Hand der schwarzen Vertreter (Christgewerkschafter, FCG). Nach dem erstmaligen Umsturz bei den Machtverhältnissen 2009 baute die FCG bei den am Mittwoch erfolgten Personalvertretungswahlen noch aus: Auf die FCG-Liste mit ihrem Vorsitzenden Stephan Maresch entfielen, nach dem der „Presse“ vorliegenden Ergebnis, diesmal 47,5 Prozent der Stimmen, das war ein Zuwachs von 4,2 Prozentpunkten.

Die SPÖ-Gewerkschafter (FSG), die über Jahrzehnte stärkste Kraft bei den Wiener Pflichtschullehrern waren, verloren an Boden und kamen bei den heurigen Wahl auf 36,8 Prozent, das waren minus 3,2 Prozentpunkte. Die Unabhängige Liste (Apfl-UG) schaffte 16 Prozent, sie büßte knapp einen Prozent ein. Der Zuwachs ist auch insofern bemerkenswert, weil dort heuer 3000 Junglehrer mitgestimmt haben, die im SPÖ-dominierten Wien nicht unbedingt als klassische FCG-Wähler gelten.

Das Ergebnis für den Zentralauschuss der Pflichtschullehrer in Wien war das erste bei den diesjährigen zweitägigen Personalvertretungswahlen im Bundesdienst und bei den Pflichtschullehrern. Dabei waren insgesamt rund 232.000 Beamte und Vertragsbedienstete zur Wahl ihrer Personalvertreter aufgerufen. Insgesamt dominiert die ÖAAB-FCG Liste 2009 mit fast 56 Prozent klar vor der FSG mit knapp 29 Prozent.

In Wien setzte sich damit ein Trend fort, der 2009 praktisch bei allen Lehrergruppen bundesweit festzustellen war. Die gemeinsame Fraktion der schwarzen Christgewerkschafter mit den ÖVP-Arbeitnehmern (ÖAAB) und dem Chef der Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer profitierte vom massiven Unmut bei den Pädagogen über das nun von SPÖ-Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek geführte Unterrichtsministerium. Hintergrund ist deren Beharren auf einer Reform des Lehrerdienstrechts, das im Dezember des Vorjahres gegen den Protest der Lehrer im Parlament beschlossen wurde.

In Wien kommt aber noch ein weiterer Faktor dazu. Die von der SPÖ gestellte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl ist selbst bei SPÖ-Sympathisanten unter den Wiener Lehrern höchst unbeliebt. Die Pflichtschullehrer in Wien fühlen sich angesichts der hohen Zahl an Ausländerkindern, die wenig oder kaum Deutsch können, vor allem beim Personal, aber auch bei der Verwaltung im Stich gelassen. Das fiel bei der Personalvertretungswahl jetzt auch der roten Spitzenkandidatin Karin Medits-Steiner auf den Kopf.

Bei der Personalvertretungswahl im Bundesdienst und bei den Lehrern wird für den späten Donnerstagabend ein vorläufiges Gesamtergebnis erwartet.

 

(ett)