Hotdog-Mobil, Burger-Truck und Co.

Mittagspause mit Fastfood
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Auch in Wien mehren sich die Street-Food-Fans – mit Ausnahme der Behörden.

In Wien mahlen die behördlichen Mühlen bekanntlich etwas langsamer. Ein ganzes Jahr musste Monica Kranner warten, bis sie ihren Food Truck unter den Namen Hy-Kitchen offiziell starten durfte. So lange hat es gedauert, bis sie nach dem Einreichen der Unterlagen die notwendigen Bescheide erhalten hat. Im Sommer 2012 hat die Ernährungsberaterin dann erstmals frisch zubereitete Speisen aus ihrem alten Citroën-Kleintransporter angeboten. „Ich habe gedacht, dass es heute vielleicht ein bisschen leichter ist, aber das ist nicht so. Wenn ich beim Marktamt anrufe, sind sie genauso unwillig, einen Standplatz zu genehmigen“, sagt Kranner. „Wien ist noch nicht so weit.“

Die Anfrage, ihre mobile Küche, die bis vor wenigen Wochen dienstags und donnerstags auf der Freyung stand, auch in den dortigen Adventmarkt zu integrieren, wurde mit den Worten quittiert: „Einreichen können's schon, aber das wird nie genehmigt, und das wird sich sicher nicht ausgehen.“

Trotz dieser behördlichen Hürden gibt es in Wien mittlerweile doch ein paar mobile Küchen, wie etwa Wrapstars, den Hotdog-Stand Hildegard Wurst, der am 1. Dezember auch ein erstes fixes Geschäft in der Operngasse eröffnet, und die fahrbare asiatische Essensausschank Dongdong Fan.


Im Truck oder aus dem Moped. Neben den Food Trucks wie Hy-Kitchen – die sich derzeit auf Slow-Food-Burger spezialisiert hat – oder Wrapstars gibt es auch kleine, dreirädrige Mopedautos, aus denen Speisen und Getränke angeboten werden, etwa das Espressomobil oder Road Crêpe.

Aber auch in der „klassischen“ Variante, also in Form eines fixen Lokals, macht sich hierzulande Street oder eben Fast Food bemerkbar. Das zeigt nicht nur der omnipräsente Burger-Hype, der auch vor Wien nicht haltgemacht hat. Vor Kurzem ist etwa die bunte Burgerbude Chiq Chaq in das Theatercafé am Wiener Naschmarkt eingezogen. Auch sonst sprießen kleine Lokale, die wenige, dafür aber meist frische und selbst gemachte Speisen vorwiegend zum Mitnehmen anbieten, wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem Boden. So zum Beispiel das neue, auf gesunde Speisen spezialisierte Limonis, das in der Josefstädter Straße ausgerechnet neben einem neuen Leberkäse-Anbieter, dem Leberkas Willi, aufgemacht hat. Oder aber das stets ausgebuchte japanische Mochi im zweiten Bezirk, das vis-à-vis dem Restaurant ein neues Take-out namens O.M.K. eröffnet hat. In der Zollergasse im siebten Bezirk gibt es mit den Cornwall Pasty Pirates hingegen britischen Zuwachs. Hinzu kommen zahlreiche schicke Bakerys und Kaffeebars, die sich auf Third Wave Coffee – also hochwertige Qualität, gern Fair Trade und bio – spezialisieren, inklusive einer Renaissance des Filterkaffees wie im Jonas Reindl bei der Hauptuni oder im Kaffeemik, ebenfalls in der Zollergasse. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie Wert auf hohe Qualität der Produkte und eine gewisse Lässigkeit und Unkompliziertheit legen.

Auch wenn all diese mobilen – und auch fixen – Anbieter gern auf verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Feschmarkt oder der Markterei, auftauchen, einen eigenen Street-Food-Markt gibt es nicht – noch nicht. Hy-Kitchen-Betreiberin Kranner spielt schon länger mit dem Gedanken, einen zu organisieren. „Ich arbeite mit meinem Team daran, ich hoffe, dass es bald so weit sein wird“, sagt sie. Einen fixen Termin will sie angesichts ihrer Erfahrungen mit den Behörden nicht nennen. Immerhin: Sie hat einen zweiten Wagen in Planung, Anfang nächsten Jahres soll dieser erstmals ausfahren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2014)

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