Schnellauswahl

Moskau kritisiert Richtungswahl in Republik Moldau

File photo of Russia's Deputy Prime Minister Rogozin seen before the start of a signing ceremony in New Delhi
RogosinREUTERS
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Vizepremier Rogosin beschwert sich, dass die aussichtsreichste prorussische Partei ausgeschlossen wurde. Das proeuropäische Lager liegt nun knapp vorne.

Die Regierung in Moskau hat den Ausschluss eines Großteils der pro-russischen Kräfte bei der Parlamentswahl in der Ex-Sowjetrepublik Moldau scharf kritisiert. Es sei nicht nur die aussichtsreiche Partei Patria (Heimat) wenige Tage vor der Abstimmung ausgeschlossen worden, schrieb der russische Vizepremier Dmitri Rogosin am Montag im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Auch von den in Russland lebenden mehr als 700.000 Moldauern habe nur ein kleiner Teil am Sonntag seine Stimme abgeben können. Auch mit Blick auf die Wahlbeteiligung von rund 56 Prozent müsse sich die pro-westliche Führung in Chisinau fragen, wie groß ihr Zulauf tatsächlich sei, meinte Rogosin. Die Zahl der Wahlberechtigten lag bei mehr als drei Millionen.

Regierung dürfte fortgesetzt werden

Die bisher regierende Koalition proeuropäischer Kräfte liegt trotz Verlusten bei einem Auszählungsgrad von knapp 90 Prozent in Führung. Die bisher nicht im Parlament vertretenen, pro-russischen Sozialisten (PSRM) wurde auf Anhieb stärkste Einzel-Fraktion mit mehr als 21 Prozent der Stimmen. Das pro-westliche Lager der drei in die EU strebenden Regierungsparteien kam insgesamt auf rund 45 Prozent der Stimmen. Es wird erwartet, dass die Regierung ihre Arbeit fortsetzen kann.

Den Ausschluss der populistischen Patria des in Russland reich gewordenen Geschäftsmann Renato Usatii wegen illegaler Finanzen kurz vor dem Urnengang hatten auch USA und EU kritisiert. Nach Einschätzung von Beobachtern könnten viele Patria-Anhänger nun für die Sozialisten gestimmt haben, die in Umfragen vor der Wahl bei etwa zehn Prozent lagen. Russland unterstützt die von Moldau abtrünnige Region Transnistrien.

(APA/dpa)