US-Präsident Obama spricht sich nach den Protesten in Ferguson für den Gebrauch von Körperkameras bei Beamten aus. In der Kleinstadt wird weiterhin demonstriert.
Nach den Protesten in Ferguson bei St. Louis gegen tödliche Polizeischüsse auf einen schwarzen Teenager will Präsident Barack Obama, dass mehr Beamte mit Kameras auf Streife gehen. Er wolle die Anschaffung der am Körper getragenen Aufzeichnungsgeräte in den kommenden drei Jahren mit 75 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) unterstützen, teilte das Weiße Haus am Montag mit.
Obama beriet über die Lage in Ferguson und im übrigen Land mit seinem Kabinett. Dabei drangt er auf Lehren aus den Ereignissen in Ferguson. Die Probleme in der Kleinstadt seien "ein Problem für uns alle", sagte Obama am Montag nach einem Treffen mit Bürgerrechtlern, Polizisten, Geistlichen und Lokalpolitikern im Weißen Haus. Es köchele Misstrauen zwischen "zu vielen" Polizeiabteilungen und "zu vielen" Schwarzen-Gemeinden in den USA.
Probleme nicht "über Nacht" lösbar
Nach den tödlichen Schüssen eines weißen Polizisten auf einen unbewaffneten schwarzen Teenager im August war es in Ferguson (Missouri) tagelang zu teils gewalttätigen Demonstrationen gekommen. Nach der Entscheidung einer Geschworenenjury, den Polizisten nicht anzuklagen, hatte es vor wenigen Tagen neue Ausschreitungen in der Kleinstadt und Protestaktionen in vielen Teilen der USA gegeben. Auch am Montag kam es in rund 60 Städten wieder zu Demonstrationen.
Das Problem des Misstrauens sei lösbar, sagte Obama nach dem Washingtoner Treffen. Aber es könne nicht über Nacht geschehen. Bereits zuvor hatte das Weiße Haus mehrere Schritte bekannt gegeben, die zum Abbau der Spannungen beitragen sollen. Dazu zählen die Ausstattung von mehr Polizisten mit Körperkameras, eine bessere Ausbildung der Beamten und die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die Obama nach 90 Tagen konkrete Vorschläge zur Vertrauensbildung vorlegen soll.
Tausende Menschen demonstrieren weiter
Aus Solidarität mit dem erschossenen schwarzen Teenager Michael Brown haben in den USA am Montag erneut in zahlreichen Städten tausende Menschen demonstriert. Wie so oft reckten sie die Hände in die Höhe und erinnerten damit daran, dass der 18-Jährige unbewaffnet war, als er im August in der Kleinstadt Ferguson von einem Polizisten erschossen wurde.
Der Zorn der Demonstranten richtete sich erneut vor allem gegen die Entscheidung einer Grand Jury, die vor einer Woche befunden hatte, dass sich der Polizist Darren Wilson für die Schüsse auf Brown nicht verantworten muss. In Ferguson selbst war es nach dem Bekanntwerden der Entscheidung zu schweren Krawallen und Plünderungen gekommen.
(APA/dpa)