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"Ziemlich unbequem": Deutsche-Bahn-Chef inkognito im Fernbus

GERMANY RAILWAY INVESTMENT
Rüdiger GrubeAPA/EPA/PAUL ZINKEN
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Rüdiger Grube gibt sich nach einem Selbstversuch wenig begeistert von der Konkurrenz. Die billigen Tickets bezeichnet er als "Wahnsinn".

Sie sind billiger, flexibler und Studien zufolge auch umweltfreundlicher als die Bahn: Nicht erst seit dem Streikchaos bei der Deutschen Bahn boomen Fernbusse in der Bundesrepublik. Und auch in Österreich haben Busunternehmer bereits Morgenluft gewittert.

In Deutschland haben sich Schätzungen zufolge heuer neun Millionen Kunden lieber in Fernbusse als in ICE-Züge gesetzt. Kein Wunder, dass der Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube die Konkurrenz genau unter die Lupe nimmt. So hat er vor kurzem sogar selbst eine Probefahrt von Hamburg nach Berlin unternommen - "inkognito", wie er im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" betont. Viel Lob hat er für die Konkurrenz nicht übrig: "Am Ende saß ich morgens um sieben mit elf weiteren Fahrgästen im Bus. Ich fand es ziemlich unbequem, wir kamen eine Stunde zu spät."

Günstige Ticket-Preise: "Das ist Wahnsinn"

Was ihn aber vor allem verwundert hat, war der günstige Preis: "Das Ticket hat zwölf Euro gekostet. Das ist Wahnsinn". Am Beispiel seiner Fahrt rechnet Grube vor, dass das Unternehmen damit rund 300 Euro Verlust gemacht hat, weil bei Kosten von 450 Euro nur 144 Euro Umsatz gemacht wurden. Kein Wunder also, dass bereits mehrere Busunternehmer Insolvenz anmelden musste, meint der Deutsche-Bahn-Chef. Auf so einen Preiskampf könne man sich zwar nicht einlassen: "Wir machen kein Dumping!"

Allerdings wolle man bis Mitte Dezember zumindest in der ersten Klasse der ICE-Züge kostenloses Wlan anbieten. Bei Fernbussen ist das längst Standard.