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„Drei oder vier Meter kann ich schon fliegen!“

Kabarettist Michael Mittermeier (42) erzählt, wie er den Drachen Hektor in „Hexe Lilli“ spielt und selbst zum Drachen wurde. von Barbara Petsch

Was machen Sie, wenn Sie einem Drachen in Wirklichkeit begegnen? Würden Sie sich fürchten?

Michael Mittermeier: Keineswegs. Wenn ich einem Drachen begegne, rede ich einfach wie Hektor. Dann bin ich einer von denen, und keiner tut mir was. Das ist das Gute dran. Ich bin ja jetzt in der Drachen-Community. Da wurde ich formell aufgenommen. Meine Drachenkollegen mögen den Hektor alle, denn er ist ja ein netter und kein böser Drache.

Was mussten Sie machen für den Drachenklub? Einmal um den Block fliegen?

Ja, das muss man machen. Bauch einziehen wie der Hektor, und ab geht es. Flüge von drei, vier Metern schaffe ich schon. Mit dem Feuerspucken ist es noch ein bisschen schwierig.

Bei Frauen ist ja vermutlich Feuerspucken nicht so gefragt, oder? Laufen die davon?

Überhaupt nicht. Die lieben das.

Sind Ihnen Flügel gewachsen?

Die schnalle ich hintendrauf. Das Wachsen braucht seine Zeit. Aber spätestens bei Teil neun von „Hexe Lilli“ wird es so weit sein, hoffe ich.

Drachen sind doch gewöhnlich eher stattlich beziehungsweise voluminös. Der Hektor hat Figurprobleme. Deprimierend, dass jetzt sogar schon Drachen schlank sein müssen.

Ja, Hektor hat sich bei „Germany's Next Topmodel“ beworben. Leider ist er nicht genommen worden, obwohl er sich eine Perücke aufgesetzt hat und besser gehen kann als die meisten der dortigen Weiber – und fliegen sowieso.

Hat es Ihnen Spaß gemacht, einen Kinderfilm zu drehen?

Kinderunterhaltung ist oft ganz schrecklich, so didaktisch. Das finde ich falsch. Kinder sind doch die letzten Anarchisten! „Hexe Lilli“ ist anders als die üblichen, braven Kinderfilme. Das hat mich interessiert.

War die Arbeit anstrengender als Kabarett?

Es ist sehr anstrengend gewesen, und zwar für die Stimme. Wenn du da drei Tage jeden Tag ich weiß nicht wie viele Stunden im Studio stehst ... Manche Szenen machst du ja ganz oft, weil das ist ein Findungsprozess gewesen, wir mussten den Drachen richtig zum Leben erwecken. Wie spricht der und wie passt das zum Groove des Films und zur Schnelligkeit der anderen Schauspieler?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2009)