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Hypo: Schelling als Chefverhandler

(c) REUTERS (LEONHARD FOEGER)
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Finanzminister Schelling will sich nun persönlich einschalten, um den vorerst geplatzten Verkauf der Hypo-Balkantöchter noch zu retten – und schließt eine Insolvenz nicht mehr dezidiert aus.

Wien. Es ist der größte Finanzskandal, der die Republik je erschüttert hat: Die Vorgänge um die Hypo Alpe Adria werden die Steuerzahler wohl gut 15 bis 20 Milliarden Euro kosten. Eine Summe, mit der man zweieinhalb Jahre lang das Bildungsbudget abdecken, drei bis vier Steuerreformen finanzieren oder, wenn man das wollte, die Eurofighterflotte verzehnfachen könnte.

Wie viel es unter dem Strich wirklich wird, hängt vom Geschick bei der weiteren Verwertung der Hypo-Reste und beim in der Vorwoche vorerst geplatzten Verkauf der Hypo-Osteuropatöchter ab.

Nun hat sich gestern, Mittwoch, spät, aber doch, der Chef eingeschaltet: Finanzminister Hans Jörg Schelling hat angekündigt, dass er sich nun in die Verkaufsverhandlungen mit dem US-Fonds Advent und der Osteuropabank EBRD persönlich einklinken werde. „Die Presse“ hat am Dienstag berichtet, in der EBRD gebe es größeren Unmut über die unprofessionelle Verhandlungsführung der Österreicher und über das auffallende Bemühen Schellings, an der Hypo nicht anzustreifen. Jetzt gibt es Hoffnung, dass der Verkaufsprozess wieder in Gang kommt.

Eine Bemerkung, die aufhorchen lässt, machte Schelling im Gespräch mit der APA: Gefragt, ob eine Insolvenz nun vom Tisch sei, sagte der Finanzminister, derzeit würden zwei Wirtschaftsprüfungskanzleien die Vermögenswerte in der Abbaugesellschaft Heta durchleuchten, danach werde er eine „Entscheidung auf Faktenlage“ treffen.

Die heftige Kritik der Griss-Kommission an der Handhabung der Hypo-Krise durch das Land Kärnten und den Bund hat eine Reihe von politischen Reaktionen ausgelöst. SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny (beide waren 2009 in die Notverstaatlichung der Bank involviert) verteidigten die Übernahme der Bank.

Weitere Infos: www.diepresse.com/hypo

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2014)