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Ukraine: Netrebko unterstützt prorussische Separatisten

Tsarov und Netrebko präsentieren die Flagge von
Tsarov und Netrebko präsentieren die Flagge von "Novorossia".Twitteraccount @OlegTsarov
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Russisch-österreichische Operndiva überreicht Donetzker Rebellenführer Scheck über mehr als 15.000 Euro und posiert mit Flagge von "Novorossia". Mit Politik habe sie nichts zu tun, sagte sie.

Die Opernsängerin Anna Netrebko ist am Wochenende in St. Petersburg mit einem Anführer der prorussischen Separatisten der Region Donetzk aufgetreten und hat ihm einen Scheck über eine Million Rubel (15.400 Euro) überreicht, der dem Opernhaus von Donetzk zugute kommen soll.

"Ich habe viele Musikfreunde in Donetzk, wir schreiben einander oft, und sie haben mir gesagt, dass das Theater für sie heilig ist und das Gebäude teilweise beschädigt worden ist. Ich habe beschlossen, so viel zu helfen, wie es mir möglich ist. Ich denke, dass das richtig ist, weil Kunst Kunst ist und sie uns hilft, alle Lebenslagen zu überstehen", sagte Netrebko, die seit dem Jahr 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft hat, laut einem Bericht des britischen "Guardian".

Das Operntheater ist allerdings bisher von den Kriegswirren verschont geblieben; einzig eine Kostümlager ist von einem Raketentreffer beschädigt worden.

Scheck für von der EU sanktionierten Politiker

Netrebko überreichte den Scheck einem prorussischen Separatisten namens Oleg Tsarov. Der 44-jährige frühere Abgeordnete der Partei des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch steht seit 12. Mai dieses Jahres auf der Sanktionenliste der EU, weil er sich öffentlich für die Schaffung einer "Bundesrepublik Novorossia" stark gemacht hatte.

Dieses "Neurussland", ein vom Kreml propagiertes Vehikel zur Durchsetzung hegemonialer russischer Interessen jenseits seiner westlichen Grenze, solle aus jenen östlichen ukrainischen Provinzen gebildet werden, in denen von Moskau unterstützte Aufständische und russische Söldner seit Monaten gegen die ukrainische Armee und nationalistische Freiwilligenverbände kämpfen.

Tsarov verglich bei der Zeremonie mit Netrebko die Separatisten in Donetzk mit den sowjetischen Verteidigern von Leningrad gegen die Nazis im Zweiten Weltkrieg. Netrebko erklärte auf die Frage nach ihrer politischen Sicht wie stets in der Vergangenheit, dass "ich nichts mit Politik zu tun habe. Ich möchte nur die Kunst unterstützen." Kurz darauf posierte sie allerdings mit Tsarov und der Flagge von Novorossia.