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Angriff auf Schule: Taliban töten mehr als 140 Menschen

Über 100 Menschen sterben durch die Schüsse der islamistischenm Extremisten in Peshawar.
Über 100 Menschen sterben durch die Schüsse der islamistischenm Extremisten in Peshawar.REUTERS
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Die Taliban richten im pakistanischen Peshawar ein Blutbad an."Wir wollten, dass sie unseren Schmerz spüren." Die meisten der Opfer waren Kinder von Soldaten.

In der pakistanischen Stadt Peshawar haben Taliban-Extremisten am Dienstag eine Schule überfallen und ein Blutbad angerichtet. Jüngsten Behördenangaben zufolge wurden mindestens 140 Menschen getötet, mehr als 250 weitere wurden verletzt. Es wird zudem befürchtet, dass die Opferzahl noch weiter steigen könnte: Mehrere Dutzend Kinder haben Schussverletzungen, ihr Gesundheitszustand ist kritisch. Alle sechs Angreifer seien getötet worden, teilte die Polizei am Dienstagabend Ortszeit mit. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Schüler im Alter von zehn bis 20 Jahren.

Die Extremisten hatten gegen 10 Uhr früh Ortszeit (6 Uhr österreichischer Zeit) die vom Militär betriebenen Army Public School & College gestürmt und mehr als 500 Geiseln genommen. "Wir waren im Prüfungsraum, als plötzlich Schüsse fielen", berichtete ein Schüler. "Unsere Lehrer sagten, wir sollten uns flach auf den Boden legen und still sein. Wir sind da eine Stunde gelegen. Es fielen eine Menge Schüsse. Als sie abflauten, kamen unsere Soldaten und brachten uns raus."

Die pakistanischen Sicherheitskräfte töteten die sechs Taliban-Angreifer.
Die pakistanischen Sicherheitskräfte töteten die sechs Taliban-Angreifer.(c) APA/EPA/BILAWAL ARBAB

Später waren auch Explosionen zu hören. Das Feuergefecht zwischen Armee und Terroristen war vorerst noch im Gang. Die Schule gehört zu einem landesweiten Netzwerk aus Bildungseinrichtungen, die vom Militär für die Kinder von Soldaten betrieben werden. Vielfach unterrichten dort die Frauen von Militärangehörigen. Die Schule wird von mehr als 1000 Schülern besucht.

Tehrik-e-Taliban

Der blutige Machtkampf zwischen den Taliban und der pakistanischen Regierung tobt seit Jahren. Im Kampf gegen den Terrorismus gilt Pakistan den Extremisten als Verbündeter des Westens. Mit Terror versuchen die selbst ernannten "Gotteskrieger", das Land zu destabilisieren und die islamische Rechtsordnung Scharia einzuführen.

Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) nennt sich die 2007 gegründete Dachorganisation von mindestens einem Dutzend militanter Gruppen, die Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben. "Das Ziel unseres Kampfes ist, dem Gesetz Allahs in seinem Land und Volk Geltung zu verschaffen", sagte TTP-Chef Mullah Fazlullah in einer Videobotschaft im Mai 2014.

Die Rebellenbewegung Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bekannte sich zu dem Angriff. "Wir haben die Schule angegriffen, weil die Armee unsere Familien angreift. Wir wollten, dass sie unseren Schmerz spüren", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters das Extremisten-Netzwerk. Die pakistanische Armee geht massiv in den Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder das Terrornetz Al-Kaida vor. Dabei wurden nach Regierungsangaben bereits tausende Extremisten getötet und vertrieben.

"Feige Tat"

Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif sagte, der Kampf gegen den Terrorismus würde fortgesetzt bis der letzte Terrorist eliminiert sei. "Unschuldige Kinder anzugreifen ist eine feige Tat, die ich aufs schärfste verurteile", sagte Sharif laut der pakistanischen Zeitung "The Nation". Eine dreitägige Staatstrauer wurde angeordnet.

Die pakistanische Friedensnobelpreis-Trägerin und Kämpferin für Kinderrechte, Malala Yousafzai, hat das Massaker der Taliban an pakistanischen Schülern als "grauenhaft und feige" verurteilt. "Dieser sinnlose und kaltblütige Terrorakt in Peshawar, der sich vor unseren Augen abspielt, bricht mir das Herz", erklärte die 17-Jährige am Dienstag in London.

(APA/AFP/Reuters/Red.)