Der Bruder von Ex-Präsident George W. Bush kündigt auf Facebook an, für die Republikaner ins Präsidentschaftsrennen gehen zu wollen.
Die ersten wagen sich aus der Deckung. Jeb Bush, Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. und Sohn von Ex-Präsident George Bush, hat auf Facebook bekannt gegeben, für die Republikaner in den US-Präsidentschaftswahlkampf gehen zu wollen. Jeb (eigentlich John Ellis) Bush war von 1999 bis 2007 Gouverneur des Bundesstaates Florida.
Bush ist der erste ernstzunehmende Kandidat, der sich deklariert. Bush schreibt auf Facebook, wie er mit seiner Familie Thanksgiving verbrachte und dabei anregende Gespräche führte: "Wir haben auch über die Zukunft unseres Landes gesprochen. Als Ergebnis dieser Gespräche und bedachtvollen Überlegungen, welche Art von Führung Amerika meiner Meinung nach braucht, habe ich beschlossen, aktiv die Möglichkeiten auszuloten, mich als nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu bewerben."
I am excited to announce I will actively explore the possibility of running for President of the United States: https://t.co/luY4lCF2cA.
— Jeb Bush (@JebBush) December 16, 2014
In den kommenden Monaten werde er durch das Land reisen und sich mit der Bevölkerung darüber unterhalten, das "Versprechen von Amerika" wiederherzustellen. Im Jänner werde er eine politische Organisation mit dem Namen Leadership PAC gründen, um mit "Bürgern überall in Amerika" das Gespräch zu suchen über "die entscheidendsten Herausforderungen, vor denen unsere einzigartige Nation steht"
Seine Familie dürfte hinter der Entscheidung stehen. Im Oktober hatte Jebs Bruder George W. Bush bereits auf Fox News verlautet: "Ich denke, dass er Präsident sein will." Sein Bruder habe das Zeug zu einem "großartigen" Staatschef. Er habe Jeb dazu gedrängt, sich zu bewerben. Schon früher hatte sich Jebs Vater George Bush positiv über Präsidentschaftsambitionen seines jüngeren Sohnes geäußert. 2009 sagte Bush senior in einem Interview, Jeb sei ebenso qualifiziert und fähig wie jeder andere - doch auch: "Es hat genug Bushs dort drinnen gegeben". Nach acht Jahren Obama-Präsidentschaft ist der Bush-Clan aber wieder im Rennen ums Weiße Haus.
Teils gemäßigte Positionen
Jeb Bush gilt vielen im republikanischen Establishment als aussichtsreichster Kandidat, um das Weiße Haus nach acht Jahren Barack Obama zurückzuerobern. Der 61-jährige frühere Gouverneur von Florida vertritt gemäßigtere Positionen als der erzkonservative Tea-Party-Flügel der Partei. So sprach er sich für eine Einwanderungsreform aus, die Migranten ohne gültige Papiere einen legalen Aufenthaltsstatus ermöglicht. Er war auch der erste Republikaner, der in Florida zwei Amtszeiten regierte.
Die US-Präsidentschaftswahlen finden im November 2016 statt. Davor müssen sich die einzelnenen Kandidaten der Großparteien in den internen Vorwahlen durchsetzen. Mögliche interne Gegner von Bush bei den Vorwahlen sind Bobby Jindal (Gouverneur von Louisiana), Tea-Party-Liebling Ted Cruz (Senator aus Texas), Rand Paul (Senatur aus Kentucky) und Chris Christie (Gouverneur von New Jersey). Die Konkurrenz hat sich jedoch nicht eindeutig deklariert.
Bush gegen Clinton?
Bush könnte nicht der der einzige Name mit präsidialem Hintergrund bei den Wahlen bleiben. Bei den Demokraten warten alle auf ein eindeutiges Zeichen von Hilary Clinton. Die ehemalige Senatorin und Außenministerin liegt in frühen Umfragen haushoch vor allen anderen denkbaren Parteifreunden. Die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton unterlag 2008 bei einem hart geführten Vorwahlkampf nur knapp Obama. Hillary Clinton hat eine Kandidatur bisher offengelassen.
Auch dem derzeitigen Vize-Präsident Joe Biden werden Ambitionen auf das höchste Amt der USA nachgesagt. Zwei frühere Kandidaturen für das höchste Amt im Land sind gescheitert. Biden hat angedeutet, dass er es noch mal versuchen könnte.
(Red./Ag.)