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Das Deflationsgespenst geht im Euroraum weiter um

Die EZB gerät weiter unter Druck. Die jährliche Inflationsraum ist im Euroraum auf 0,3 Prozent gesunken. Experten gehen von einem weiteren Rückgang Anfang 2015 aus.

Die Inflation in der Eurozone bleibt auch im November extrem niedrig und bereitet der Europäischen Zentralbank große Sorgen. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im November 2014 bei 0,3 Prozent, gegenüber 0,4 Prozent im Oktober, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach einer endgültigen Berechnung mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 0,9 Prozent betragen. Die niedrige Teuerung schürt Sorgen vor einer Deflation.

Im November wurden in Bulgarien, Griechenland, Spanien und Polen negative Raten gemessen. Die höchsten Inflationsraten hatten Rumänien und Österreich mit je 1,5 Prozent zu verzeichnen.

Inflation wird weiter sinken

Die EZB will aber einen solchen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front unbedingt verhindern. Gedämpft wurde die Inflation vor allem von fallenden Energiepreisen.

Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate Anfang 2015 noch weiter sinkt. Die EZB-Notenbanker um ihren Präsidenten Mario Draghi sprechen bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Fallende Preise können eine Wirtschaft dauerhaft lähmen, wenn sich Verbraucher zurückhalten, Löhne sinken und Firmen ihre Investitionen aufschieben. Um eine Deflation zu verhindern, hat die EZB ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Außerdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft.

 

(APA/Reuters)