Chronologie: Der Kalte Krieg um die Zuckerinsel

CUBA CASTRO RESIGNATION
Castro und GuevaraEPA

Die schwierigen Beziehungen zwischen den USA und dem Karibikstaat im Rückblick.

1898: Spanisch-amerikanischer Krieg: Spanien muss Kuba an die Vereinigten Staaten abtreten. Kuba kommt unter
US-Militärverwaltung.
1902: Abzug der US-Truppen. Souveränität der Insel durch
"Platt Amendment" stark eingeschränkt.
1906: US-Militärintervention, Absetzung des ersten Präsidenten
Tomas Estrada Palma. Der spätere US-Präsident William Taft wird Militärverwalter.
1909: Ende der Militärverwaltung. Weitere US-Invasionen 1913 und 1917.
1934: USA verzichten vertraglich auf Interventionsrecht.
1940: Diktatur von General Fulgencio Batista.
1953: Sturm auf Moncada-Kaserne.
1956: Guerillakrieg gegen Batista-Diktatur.
1959: Sieg der Revolution unter Fidel Castro.
1961: Nachdem Washington die diplomatischen  Beziehungen zu Havanna
abbricht, organisiert der US-Geheimdienst CIA von 17. bis
19. April die Invasion der Schweinebucht durch Exil-Kubaner.
Diese werden von kubanischen Regierungstruppen besiegt.
1962: Die USA unter Präsident John F. Kennedy verhängen ein Wirtschaftsembargo. Wegen Aufstellung sowjetischer Raketen auf der Insel geraten die USA und die Sowjetunion an den Rand eines Atomkriegs. Der sowjetische Partei- und
Regierungschef Nikita Chruschtschow willigt in den Abzug
der Raketen ein, unter der Bedingung, dass die USA nicht
auf Kuba einmarschieren.
1963: Reisebeschränkungen für US-Bürger, die nach Kuba wollen,
treten in Kraft. Kubanische Guthaben werden eingefroren.
1977: US-Präsident Jimmy Carter lockert die Reisebeschränkungen.
1980: Staatschef Fidel Castro genehmigt Ausreisewilligen, vom
Hafen Mariel aus Richtung USA zu reisen. Ende September
treffen rund eine Viertelmillion Kubaner in Florida ein.
1982: US-Präsident Ronald Reagan verschärft die
Reisebeschränkungen wieder.
1991: UNO-Vollversammlung verurteilt Washington wegen des Embargos.
1992: Die republikanische US-Regierung unter George Bush billigt das sogenannte Torricelli-Gesetz, das das Embargo weiter verschärft.
1996: Das Helms-Burton-Gesetz macht die Embargo-Auflagen noch strenger.
2004: US-Präsident George W. Bush kündigt neue Beschränkungen für Reisen und Geld-Überweisungen von US-Bürgern nach Kuba an.
Zugleich ordnet Bush mehr Finanzhilfe für Dissidenten an.
2008: Fidel Castro tritt wegen anhaltender Gesundheitsprobleme als Präsident zurück, sein jüngerer Bruder Raúl wird Staatschef.
2009: Barack Obama ordnet an, die Beschränkungen für US-Bürger kubanischer Herkunft bei Reisen und Überweisungen nach Kuba aufzuheben. Im selben Jahr nimmt den US-Bürger Alan Gross wegen Spionageverdachts fest. Die Beziehungen kühlen sich wieder ab.
2014: Alan Gross wird freigelassen. Kurz darauf dringt durch, dass die USA eine Botschaft auf Kuba eröffnen wollen. Die 1961 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sollen wieder aufgenommen werden.