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Energiesparen: EU bleibt bei Glühbirnen hart

(c) Die Presse (Bilderbox)
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Die EU-Kommission weist Kritik an der Umstellung zurück. Ab Herbst 2009 sollen die Glühbirnen sogenannten Energiesparlampen weichen - trotz wachsender Kritik.

BRÜSSEL (pö). Stell dir vor, es geht das Licht aus: Ab Herbst 2009 ist es bei einem Großteil der klassischen Glühbirnen so weit. Dann sollen die Glühbirnen sogenannten Energiesparlampen weichen, und zwar im Haushalt, in Büros, in Industrieanlagen und als Straßenbeleuchtung. Gestern, Mittwoch, bestätigte die EU-Kommission trotz wachsender Kritik zwei entsprechende Verordnungen.

Die Kritik an der Umstellung auf Energiesparlampen war zuletzt immer stärker geworden. So wurde darauf hingewiesen, dass die neuen Lampen gesundheitsgefährdendes Quecksilber enthalten. Sie müssten als Sondermüll entsorgt werden. Die Herstellung der Lampen sei aufwendiger und verbrauche mehr Energie als bei Glühbirnen. Außerdem wurde die Vermutung laut, die Umstellung sei nur ein Kniefall vor den großen Lampenherstellern. Die EU-Kommission wies solche Kritik nun zurück. Ihre Verordnungen sehen folgenden Stufenplan vor:
Ab1.September2009 sind in den genannten Bereichen keine Glühbirnen ab 100 Watt mehr erlaubt.
Ab1.September2010 gilt dies für Glühbirnen ab 75 Watt.
Ab1.September2011 ist Schluss mit Glühbirnen ab 60 Watt.
Ab1.September2012 dürfen überhaupt keine herkömmlichen Glühbirnen für den Haushalt, Büros, Industrieanlagen oder Straßenbeleuchtung mehr verkauft werden. Im Handel werden diese dann nicht mehr verfügbar sein. Die Produktion läuft EU-weit aus, sonst drohen hohe Strafen gemäß den Verordnungen aus Brüssel.

Privatpersonen, die zu diesem Zeitpunkt zu Hause noch Glühbirnen besitzen, brauchen diese ab Herbst aber nicht wegzuwerfen: Sie dürfen sie aufbrauchen.

Die EU-Kommission verspricht sich von der Neuregelung, dass bis 2020 in der EU fast 80 Terawattstunden Energie eingespart werden können. Das entspräche der Behörde zufolge ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch in Belgien. Die CO-Emissionen sollen jährlich um 32 Millionen Tonnen abnehmen.

Meinung Seite 27

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2009)