Frische Perspektiven für Energie und Klima

Schüler forschen. Jugendliche aus Osttirol gehen im Programm TripleA ein Jahr lang Energiegewinnung und Klimawandel auf den Grund. Forscher aus verschiedenen Bereichen helfen ihnen dabei.

Kurz vor Weihnachten hatten sich 29 Schüler der Handelsakademie und -schule Lienz auf den Weg von Osttirol nach Innsbruck gemacht. Im Rahmen des Programms TripleA trafen sie an der Uni Innsbruck auf Wissenschaftler, um „Perspektiven zu Energiegewinnung und Klimawandel auszutauschen“. Ein Jahr lang werden sich die jungen Menschen mit Teilbereichen daraus beschäftigen. Nach Auftaktveranstaltungen an ihrer Schule sollten sie bei dem Treffen ihre ersten Fragen an Experten stellen. Auch „Forschungsfragen“, denen sie weiter nachgehen wollen, hatten die Schüler ausgearbeitet.

Lars Keller vom Institut für Geographie motivierte zu Beginn die Besucher: „Wenn jemand die Probleme unserer Zeit lösen kann, dann seid ihr das. Andere tun es nicht für euch.“ Michiko Hama, wissenschaftliche Leiterin der Gesellschaft Alps (ein K1-Zentrum im Comet-Programm des Technologie- und Wissenschaftsministeriums) betont, dass dies ein Austausch und keine Einbahnstraße sei: „Wir wollen uns inspirieren lassen von euch, vielleicht auch neue Projektideen aufgreifen.“

Als Forschungsfelder hatten sich die Jugendlichen Bekleidungsindustrie, Ernährungssicherheit, das Freihandelsabkommen TTIP und erneuerbare Energien ausgewählt. Immer verbunden mit der Frage: Wie wirkt sich was auf den Klimawandel aus?

Das kleinste Grüppchen bildeten Sebastian und Daniel. Sie wollten mehr über erneuerbare Energien erfahren. Nachdem sie gemeinsam mit Peter Feichtinger von Energie Tirol ihre dringendsten Fragen geklärt hatten, werden sie nun eine Umfrage unter Freunden und Eltern machen, was diese von erneuerbaren Energieträgern wissen und welchen sie den Vorzug geben. Eine andere Gruppe beschäftigt sich mit dem Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP: „Wir stehen noch ganz am Anfang. Wir haben uns TTIP herausgepickt und im Internet geschaut, was das ist“, sagt Laura. Alps-Mitarbeiter Stefan Neuner machte hier gleich auf ein Forschungs-Problem aufmerksam: „Das Internet ist riesig, und man muss aufpassen, welche Quellen man heranzieht.“

Am Ende eines langen Tages fuhren die Schüler wieder zurück nach Osttirol. Mit vielen beantworteten, aber auch mit vielen neuen Fragen. (us)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2014)