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"Sind nicht eingeknickt": Sony weist Obamas Kritik zurück

Plakat "The Interview"(c) imago/Levine-Roberts (imago stock&people)
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"Der Präsident, die Presse und die Öffentlichkeit irren sich, was den tatsächlichen Ablauf angeht", erklärt das Filmstudio.

Sony hat die Kritik von US-Präsident Barack Obama an der gestoppten Veröffentlichung seiner Filmsatire über Nordkorea zurückgewiesen. "Wir sind nicht eingeknickt", sagte der Chef der US-Filmtochter Sony Pictures, Michael Lynton, am Freitag dem Sender CNN. "Der Präsident, die Presse und die Öffentlichkeit irren sich, was den tatsächlichen Ablauf angeht."

Ein Filmtheater nach dem anderen habe Sony mitgeteilt, den Film nicht zeigen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt habe es keine andere Wahl gegeben, als die für den 25. Dezember geplante Premiere abzusagen. "Wir besitzen keine Kinos. Wir können nicht entscheiden, ob ein Film in einem Kino gezeigt wird oder nicht." Die Firma denke darüber nach, den Film in irgendeiner Art im Internet zu veröffentlichen, sagte Lynton.

Sony Pictures wurde Opfer einer großangelegten Cyberattacke, die nach Darstellung der US-Regierung von Nordkorea ausging. Die Hacker warnten vor der Ausstrahlung des Films "The Interview" und drohten mit Anschlägen. Zahlreiche Kinoketten hatten daraufhin die für Weihnachten geplante Premiere abgesagt. Daraufhin zog Sony den Film zurück, was in Washington und Hollywood scharf kritisiert wurde. Die Regierung in Pjöngjang hat eine Verwicklung in den Datenklau zurückgewiesen.

Obama: "Werden auf Attacke antworten"

Obama nannte es am Freitagabend einen Fehler des Filmstudios, den Kinostart abzusagen. "Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben." An Nordkorea gerichtet erklärte er: "Wir werden darauf entsprechend antworten, wann und wie wir es wollen."

US-Außenminister John Kerry sprach von einer bis dato einmaligen und provozierenden Attacke. Dieses Vorgehen sei "ein dreister Versuch eines isolierten Regimes, freie Meinungsäußerung zu unterdrücken".

Nordkorea fordert gemeinsame Ermittlungen

Die nordkoreanische Regierung hat die USA unterdessen am Samstag zu gemeinsamen Ermittlungen aufgefordert. Washington "erhebt unbegründete Anschuldigungen und verleumdet uns", teilte das Außenministerium nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA mit. "Wir können beweisen, dass dieser Vorfall nichts mit uns zu tun hat." Sollte sich die US-Regierung einer Zusammenarbeit verweigern, hätte dies "ernste Konsequenzen".

(APA/Reuters/dpa)