Immofinanz: Dividende wackelt

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Die russischen Mieter der österreichischen Immobiliengesellschaft machen Druck. Das setzt dem Aktienkurs zu.

Wien. Eines der wichtigsten Verkaufsargumente für die Immofinnanz-Aktie lautete bisher, dass das Papier eine der höchsten Dividendenrenditen ATX habe. Nur für das abgelaufene Geschäftsjahr (per Ende April 2014) gab es keine Ausschüttung, was mit der Abspaltung der Wohnimmobilientochter Buwog begründet wurde. Die Aktionäre erhielten dafür Buwog-Aktien.

Ob es nächsten Herbst wieder eine Ausschüttung der Immofinanz gibt, ist nun aber fraglich. Dem auf Gewerbeimmobilien in Osteuropa spezialisierten Unternehmen machen die Lage in Russland– auf das ein Viertel des Immobilienvermögens entfällt– sowie die massive Rubelabwertung zu schaffen.

Immofinanz-Chef Eduard Zehetner sagte dazu: „Es könnten Wertberichtigungen auf die russischen Immobilien notwendig sein. Dann wäre ein ausschüttungsfähiger Gewinn in der Immofinanz AG nicht sicher und damit auch die Dividende infrage gestellt.“ Zuvor hatte die Immofinanz eine Ausschüttung in Höhe von 15 bis 20 Prozent in Aussicht gestellt. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Nun gibt es als Zuckerl nur noch ein Aktienrückkaufprogramm, das den Kurs stützen soll.

Rubel belastet Mieter

Die Mieter der fünf großen Immofinanz-Einkaufszentren in Russland, die ihre Miete vor allem in Euro und Dollar entrichten, machen wegen der Rubelabwertung Druck: Sie zögern Zahlungen hinaus und wollen bei Neuabschlüssen ein Entgegenkommen des Vermieters. Das könnte im gesamten Geschäftsjahr die Mieterlöse um zehn Prozent fallen lassen, schätzt Immofinanz-Geschäftsführer Eduard Zehetner. Im ersten Geschäftshalbjahr (Mai bis Oktober 2014) waren die Mieterlöse um knapp fünf Prozent rückläufig.

Operativ hielt sich das Geschäft konstant. Die meisten Analysten halten das Papier für unterbewertet und sehen ein Kursziel, das 40 Prozent über dem gegenwärtigen Kurs liegt. Sechs Experten raten zum Kauf, fünf zum „Halten“ und einer zum Verkauf, wie Bloomberg-Daten zeigen. Seit dem Höchststand von 2007 hat die Aktie drei Viertel ihres Werts (bereinigt um die Buwog) eingebüßt. Ursache waren die Finanzkrise und intransparente Transaktionen des damaligen Managements. Seit dem Tief 2008 hat sie sich verachtfacht. (b.l.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2014)


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