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Zehn Jahre Tsunami: Hilfe, die danebenging

Ein Fischer restauriert sein Boot nach der Tsunami-Katastrophe von 2004. Mancherorts wurden zu viele neue Boote gespendet.
Ein Fischer restauriert sein Boot nach der Tsunami-Katastrophe von 2004. Mancherorts wurden zu viele neue Boote gespendet.(c) Bloomberg
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Gut gemeint ist nicht immer gut. So sind manche Hilfsprojekte in Südostasien nach dem Tsunami nicht zur Zufriedenheit aller verlaufen.

Die Spendenbereitschaft nach der Welle vom 26. Dezember 2004 war gewaltigt. Doch nicht jeder Euro wurde sinnvoll investiert. Im internationalen Spenden- und Hilfsmarathon wurde so manches Mal über das Ziel hinaus geschossen. So entstanden nicht fertig gebaute Häuser, alte Traditionen wurden teils nicht beachten, falsche Tiere wurden geliefert. Generell, so bestätigen Helfer, die damals für österreichische Hilfsorganisationen vor Ort waren, waren die Hilfen aber einigermaßen gut organisiert. Hier einige Beispiele aus den Ländern rund um den Indischen Ozean für fragwürdige Hilfsaktionen:

Zu viele Boote: Im Süden Thailands haben viele Hilfsorganisationen und Privatleute Fischerboote gespendet, mit ungewollten Folgen. "Vor dem Tsunami gab es in meinem Dorf 100 Boote, sagte Fischer Manit Komsan aus dem Dorf Baan Tha Klang der Zeitung "Nation" ein Jahr nach der Katastrophe. "Jetzt sind es fast 400". Die Bucht sei überfischt.

Kein Personal: Obwohl es mehr Boote als vor dem Tsunami gibt, wird in Nagapattinam in Indien weniger gefischt als vorher. "Zu viele Boote", wurde ein Fischer von der Development Consultancy Group zitiert. "Jedes Boot braucht eine Crew von drei oder vier Männern. Jetzt hat jeder ein Boot, deswegen will niemand Crew-Mitglied eines anderen sein. Also streiten wir uns."

Kinderspielplatz: Rutschen und Schaukeln fanden die Menschen in Susoh an der Westküste von Sumatra offenbar wenig hilfreich. "Viele Teile des Kinderspielplatzes wurden weggenommen und als Altmetall verkauft", sagte Marion Michels von der Organisation Help.

Tiere überlebten nicht: Nur kurz schnatterten gespendete Tiere in Indonesien. "Die Einwohner von Gampong Nusa bekamen Gänse und Schafe, aber die Böden waren so versalzen, dass sie krank wurden und starben", so Roosa Sibarani von Organisation Terre des Hommes.

Bezahlung: Viele Hilfsorganisationen bezahlten die Überlebenden in Aceh in Indonesien dafür, dass sie ihre Siedlungen aufräumten. "Da haben sich die Leute dran gewöhnt und die alte Tradition, zusammen freiwillig etwas für das eigene Dorf zu tun, ist eingeschlafen", meinte die Bürgermeisterin von Banda Aceh, Illiza Sa'aduddin Djamal.

Bauqualität: Wände stürzen zusammen, Dächer fallen ein und Böden brechen auf in einer Siedlung in Sirikandurawatte in Sri Lanka, nur wenige Jahre nach dem Bau. "Anstatt Eisenstangen wurde Maschendrahtzaun in den Wänden verbaut", sagte Bewohner Ajith Priyantha Rajakaruna. "Auch die Betonblöcke haben Löcher."

(APA/dpa)