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"200 Tote": Wie Österreich vom Tsunami erfuhr

Eines der ersten Bilder aus Phuket, das am 26. Dezember 2014 nach dem Tsunami über die Presseagenturen ausgeschickt wurde.
Eines der ersten Bilder aus Phuket, das am 26. Dezember 2014 nach dem Tsunami über die Presseagenturen ausgeschickt wurde.(c) EPA
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Jahrestag: Nur langsam wurde der Weltöffentlichkeit zum Jahreswechsel 2004/2005 klar, welches Ausmaß die Tsunami-Katastrophe in Südasien hatte.

Eine der größten Naturkatastrophen der Geschichte erreichte das Bewusststein der Öffentlichkeit nur schrittweise. Der Tsunami im Indischen Ozeans vom 26. Dezember 2004 kostete - wie Monate später annähernd feststand - etwa 250.000 Menschen das Leben. Die Austria Presse Agenturen berichtete wie viele internationale Nachrichtenagenturen zuerst von "zahlreichen Toten", ohne der Meldung einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Erst nach und nach besserte sich die Informationslage und legte das wahre Ausmaß der Katastrophe offen. Ein Rückblick (Zeitangaben in österreichischer Zeit):

26.12.2004, 5:53 Uhr

"Zahlreiche Tote bei Erdbeben mit hohen Flutwellen in Südostasien"

"In Indonesien, auf Sri Lanka und auch in Thailand kamen dabei insgesamt mindestens 19 Menschen ums Leben. Im Nordwesten der indonesischen Insel Sumatra kamen einem Radiobericht zufolge neun Menschen in den Fluten um. Im Osten und Süden von Sri Lanka ertranken zehn Menschen in der Flutwelle. Auf der thailändischen Ferieninsel Phuket wurden viele Touristen von dem Tsunami ins Meer gerissen, wie Rettungskräfte berichteten."

26.12.2004, 7:02 Uhr

"Mindestens 200 Tote nach Erdbeben mit Flugwellen in Südasien"

"Am schwersten betroffen waren die Küstengebiete im Osten und Süden von Sri Lanka, wo nach Behördenangaben 160 Menschen in den Fluten ums Leben kamen. In Südindien starben 40 Menschen, im Nordwesten der indonesischen Insel Sumatra gab es neun Tote. Auf der thailändischen Ferieninsel Phuket starben mindestens vier Touristen, zahlreiche weitere wurden vermisst. Der Kontakt zum Ferienarchipel Malediven ist abgebrochen."

26.12.2004, 15.55 Uhr

"Tausende Tote nach Erdbeben in Asien"

"Im Süden Thailands, darunter auf der auch unter Österreichern beliebten Ferieninsel Phuket, fanden mindestens 118 Menschen zur Hochsaison den Tod. Angaben, ob österreichische Touristen betroffen sind, gab es zunächst nicht."

Von Tag zu Tag mehr Tote

Am Folgetag, dem 27.12., ist von "mehr als 21.500 Toten" die Rede, später von "23.500 Menschen, darunter auch Österreich". "Wir müssen Opfer aus Österreich befürchten", wird Astrid Harz, Sprecherin des Außenministeriums am Abend von der APA zitiert.

Am 28.12. treffen immer mehr Meldungen über verstorbene Österreicher ein. Das Außenministerium bestätigt fünf Fälle und entsendet ein Team aus Phuket nach Khal Oak. Man hatte Kontakt mit 1268 Österreichern.

In den Folgetagen gehen die offiziellen Opferzahlen weiter in die Höhe, konkrete Zahlen gibt es aber weniger. Am 30.12. schickte die APA eine Eilt-Meldung mit folgendem Titel aus: "Indien gibt Tsunami-Alarm: Leute sollen Küsten verlassen". Die Panik der Menschen sei groß gewesen, doch das Nachbeben war weniger stark als vermutet, große Welle kam keine nach. Mittlerweile werden rund 100 österreichische Todesopfer vermutet. Noch immer gibt es zu insgesamt 1350 Österreichern keinen Kontakt.

Am Silvestertag des Jahres 2004 nähern sich die Opferzahlen teilweise der Realität an. Indonesien rechnet laut Agenturmeldungen mit 100.000 Toten. Am Ende werden es etwa 130.000 bestätigte und geschätzte 160.000 Todesfälle sein. Auch das Ausmaß betroffener Toursiten wird immer klarer. Jedes zweite Opfer auf der thailändischen Insel Khao Lak sei Ausländer, heißt es. 5000 Europäer würden noch vermisst werden. Das Außenministerium informiert, dass 130 Österreicher womöglich getötet wurden. Ein halbes Jahr später wird feststehen, dass 75 Österreicher unter den Toten sind. Insgesamt schätzt man, dass sich die Zahl der Toten auf 145.000 erhöhen könnte.

(Red./APA)