Die russische Zentralbank stellt der durch Werbung mit dem US-Kinostar Bruce Willis bekanntgewordenen Trust Bank bis zu 30 Milliarden Rubel zur Verfügung.
Moskau. Die russische Zentralbank muss erstmals seit Ausbruch der Rubel-Krise eine Bank vor der Pleite retten. Der durch Werbung mit dem US-Kinostar Bruce Willis bekanntgewordene Trust Bank werden bis zu 30 Milliarden Rubel (rund 435 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt, teilte die Notenbank am Montag in Moskau mit. Die Agentur für Einlagensicherung werde zudem die Aufsicht über das angeschlagene Institut übernehmen. Diese Maßnahmen "werden es Trust ermöglichen, den Zahlungsverkehr nahtlos fortzusetzen".
Trust liegt in der Rangliste der größten russischen Banken auf Platz 32. Privatkunden hielten zum 1. Dezember Guthaben in Höhe von 145 Milliarden Rubel (2,1 Mrd Euro). Die Zentralbank kündigte an, einen Investor für Trust zu suchen. Das könnte eine der größeren Banken des Landes sein.
Wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland und des Ölpreisverfalls hat der Rubel in diesem Jahr rund 45 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das setzt den Bankensektor unter Druck. Die Regierung soll ihn mit bis zu einer Billion Rubel (knapp 15 Milliarden Euro) stützen, beschloss das Parlament am Freitag.
Der russische Staat hat dieses Jahr bereits mehreren Banken unter die Arme gegriffen, die wegen der Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts von den westlichen Kreditmärkten abgeschnitten sind. Zu den bisherigen Empfängern der Staatshilfen gehörte unter anderem die Großbank VTB.
Rubel auf Erholungskurs
Zu Beginn der Weihnachtswoche hat sich die Lage für den unter Druck geratenen russischen Rubel weiter entspannt. Am Montagmorgen konnte der Kurs an die Erholung der vergangenen Handelstage anknüpfen. Für einen Dollar mussten 56,47 Rubel gezahlt werden, nachdem der Dollar-Kurs zu Beginn der vorigen Woche noch ein Rekordhoch bei über 77 Rubel erreicht hatte.
Experten erklärten die Erholung der russischen Währung unter anderem mit einem leichten Anstieg der Ölpreise. Das spielt für die stark vom Rohöl abhängige russische Wirtschaft eine wichtige Rolle.
Zudem hatte China Russland wegen des Rubel-Absturzes Unterstützung angeboten. "Wenn Russland Hilfe braucht, werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen", kündigte Außenminister Wang Yi bereits am Samstag in einem Fernsehinterview an. Nähere Details nannte er gegenüber dem Hongkonger Sender Phoenix jedoch nicht.
Handelsminister Gao Hucheng sagte, China werde im Warenverkehr mit Russland verstärkt auf die chinesische Währung Yuan setzen. Damit könnten negative Effekte des Rubel-Absturzes aufgefangen und der Handel stabilisiert werden. "Im Sinne einer guten Zusammenarbeit brauchen wir eine verlässliche Basis", erklärte Gao bei Phoenix.
Neben der Entwicklung der Ölpreise erklärte Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank die Erholung des Rubels auch mit einer jüngsten Entscheidung des russischen Finanzministeriums. Demnach sollen Dollar-Reserven des Ministeriums an den Devisenmärkten zur Stützung der russischen Währung eingesetzt werden. "Die Entscheidung des Ministeriums, 7 Mrd. US-Dollar (5,7 Mrd. Euro, Anm.) aus den Devisenreserven für Interventionen bereitzustellen, hat dem Rubel eindeutig geholfen", betonte Leuchtmann.
Maßgeblich für die weitere Kursentwicklung ist aber vor allem die russische Notenbank. Nach Einschätzung der Commerzbank-Experten ist die Zentralbank jederzeit bereit, sich mit Dollar-Interventionen am Devisenmarkt gegen die Rubel-Schwäche zu stemmen.
Allerdings waren zuletzt milliardenschwere Eingriffe nahezu wirkungslos verpufft. Dies galt auch für die drastische Leitzinsanhebung zu Beginn der vergangenen Woche.