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Verkauf der Hypo-Balkanbanken fixiert

(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Die SEE-Netzwerk geht für 200 Millionen Euro an Advent und die EBRD. Ein unterlegener Bieter bereitet eine Beschwerde bei der EU-Kommission vor.

Der Vertrag ist unterschrieben: Die Balkanbanken der Hypo gehen an das Konsortium aus dem US-Fonds Advent und der Osteuropabank EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung). Das Finanzministerium hat am Dienstagmorgen den Verkauf bestätigt. Der Kaufpreis soll demnach bei 200 Millionen Euro liegen, wovon 50 Millionen Euro unmittelbar ausbezahlt werden sollen.

Bis Mitte 2015 soll der Verkauf wie von der EU-Kommission verlangt abgeschlossen sein (Closing) - wenn nicht Einsprüche unterlegener Bieter oder der Wettbewerbsbehörden den Deal noch einmal ins Wackeln bringen. Advent habe sich bei der Übernahme des SEE-Netzwerks der ehemaligen Hypo Alpe Adria Bank International (nunmehr Heta Asset Resolution AG) gegen zwei weitere Bieter durchgesetzt, heißt es in einer Aussendung. Die Einigung erfolgte kurz vor Mitternacht und damit unter Einhaltung der Frist. Das Signing sei durch die Heta erfolgt. 

VIA/VTB bereiten Beschwerde vor

Nicht abfinden mit dem Verkauf an Advent/EBRD will sich das unterlegene bulgarisch-russische Konsortium VIA/VTB. Die Gruppe hat angekündigt, rechtliche Schritte zu überlegen und eine formelle Beschwerde bei der EU-Kommission vorzubereiten. Im Finanzministerium war man schon im Vorfeld von so einer Möglichkeit ausgegangen.

Die heutige Verkaufsentscheidung sei ein voreiliger Schluss nach monatelangem Gezerre, meint das Konsortium aus der VIA Gruppe und der VTB Bank. Sprecher Momchil Vasilev geht davon aus, dass seine Gruppe "das attraktivste Angebot" gelegt hat. Der Verhandlungsprozess habe substanzielle Mängel aufgewiesen und nicht die europäischen Standards für Transparenz und Nicht-Diskriminierung erfüllt. Die Gruppe habe nicht ausreichend Zugang zu den Kreditdaten der Bank gehabt und der Verkäufer habe den Prozess für mehrere Wochen unterbrochen.

Das Konsortium hat laut Aussendung 100 Mio. Euro Kaufpreis und zusätzlich "substanzielle Garantien" für die Rückzahlung der 2,2 Mrd. Euro an Kreditlinien bis 2018 geboten. Diesen Betrag hat die Republik beziehungsweise die Abbaueinheit der Hypo, die Heta, in der Bank stecken. Auch habe man dem Finanzministerium Pläne für die Fortführung des Netzwerks und den Erhalt der "größtmöglichen" Anzahl von Jobs unterbreitet.

Einigung in letzter Minute

Advent/EBRD haben das Ziel, aus den sechs Banken in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien und Slowenien aber mit Hauptsitz in Klagenfurt eine operativ erfolgreiche Bankengruppe mit einer österreichischen Lizenz zu formen. Sollte dies gelingen, darf die Republik Österreich auf Nachbesserungen hoffen. Einerseits könnten bis zu 2,2 Mrd. Euro an Finanzierungslinien zurückfließen. Jeweils rund die Hälfte sind Kreditlinien bzw. Haftungen. Diese Rückzahlung hängt aber davon ab, ob die Bank sie durch Einlagen beziehungsweise durch eine Refinanzierung am Kapitalmarkt aufbringen kann, ohne die Eigenkapitalanforderungen zu unterschreiten - und ob sie von der lokalen Aufsicht grünes Licht bekommt. Andererseits würde der Staat auch profitieren, wenn eine der Banken von Advent/EBRD gewinnbringend verkauft wird.

Verkäuferin ist die Heta, die aus der Hypo Alpe Adria hervorgegangen Abbaubank, die daher nach dem Vollzug des Deals auch von den Einnahmen profitiert. Das SEE-Netzwerk war zwar an die Banken-ÖIAG Fimbag übertragen worden, diese hat aber nun die Heta zum Verkauf ermächtigt, wird in einer Heta-Aussendung präzisiert. Die Heta erspart sich dadurch unmittelbar 1,3 Mrd. Euro an Abwicklungskosten, die sie ohne Verkauf in die Bilanz hätte einstellen müssen. Außerdem fließt der Kaufpreis in die Heta-Bilanz ein. Die Heta selber erstellt derzeit einen Fahrplan für den Abbau ihrer Verbindlichkeiten, spätestens bis zur Erstellung der Jahresbilanz im März oder April 2015 muss er ausgearbeitet sein.

Ablöse an Spitze absehbar

Wenn der Verkauf der Balkantöchter endgültig abgeschlossen ist, zeichnet sich auch ein Wechsel an der Spitze der Bankengruppe ab. Alexander Picker war mit der Ausgliederung an die Fimbag Chef der SEE-Banken geworden und dafür als Vorstandsvorsitzender der Hypo ausgeschieden. Advent hat aber die Tradition, neue externe Vorstandschefs zu installieren.

Nach Informationen der APA wird dies nach dem Closing, das für Mitte 2015 vorgesehen ist, auch bei den Hypo-Balkanbanken der Fall sein. Picker selber sei darüber schon informiert. Offiziell heißt es von Advent dazu auf APA-Anfrage lediglich: "Wir haben gesehen, dass das Management in den vergangenen 2-3 Jahren hart gearbeitet hat, um die Gruppe zu stabilisieren.

Schelling am Verhandlungstisch

Von Advent/EBRD hatte es im Vorfeld geheißen, es habe am 16. Dezember ein "konstruktives Treffen" mit Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) gegeben. Man arbeite Richtung raschem Signing am 23. Dezember. Der Buchwert der Hypo-Balkanbanken (Hypo Group Alpe Adria AG) lag zum Halbjahr noch bei 89 Mio. Euro.

Im ersten Anlauf war Ende November der Verkauf der Balkanbanken an das Bieterkonsortium Advent/EBRD geplatzt. Als Grund warum der Kaufvertrag nicht unterschrieben wurde, wurde die Klärung von technischen Fragenangegeben.

Advent

Der Fonds Advent International wurde 1984 gegründet. Er hat seither nach eigenen Angaben in 39 Ländern mehr als 290 Transaktionen abgeschlossen. Insbesondere gab es über 44 Beteiligungen in Zentral- und Osteuropa. Auch bei Douglas und Thalia hat Advent das Sagen.

Aktuell verwaltet die Beteiligungsgesellschaft ein Vermögen von rund 25 Mrd. Euro. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Kernsegmente Dienstleistungen & Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Industrie, sowie Handel, Konsumgüter & Freizeitindustrie, Technologie und Medien & Telekommunikation.

(APA)