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Sony-Angriff: Ansturm auf "Interview"

(c) imago/UPI Photo
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Die umstrittene Nordkorea-Satire ist nach Debatten doch in 300 US-Kinos und im Netz zu sehen.

Nun ist der Film „The Interview“ also doch zu sehen. Wenn auch in deutlich weniger Kinos als ursprünglich geplant. Nur 300 unabhängige und kleinere Kinos zeigen seit dem 25. Dezember die Satire, in der die Hauptdarsteller Seth Rogen und James Franco als Journalisten einer unpolitischen, aber beliebten Talkshow vom CIA beauftragt werden, Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zu töten.

Ursprünglich hätte der Blockbuster am Christtag in mehr als 2500 US-Kinos anlaufen sollen. Doch das Filmproduktionsunternehmen Sony Pictures hatte den Filmstart nach einem Hackerangriff auf ihre Server und anschließenden Terrordrohungen abgesagt. Diesen Rückzug haben nicht nur Filmschaffende, sondern auch US-Präsident Barack Obama als Fehler und Einschränkung der Meinungsfreiheit kritisiert. Das FBI sieht Nordkorea hinter den Drohungen, dafür gibt es allerdings keine Beweise.

Nach der massiven Kritik der Öffentlichkeit entschloss sich Sony, den Film nicht nur in wenigen Kinos zu zeigen, sondern auch im Internet zur Verfügung zu stellen. Schon seit dem Heiligen Abend ist die Komödie in den USA auf zahlreichen Plattformen wie YouTube und bei Google Play kostenpflichtig erhältlich. Ebenso ist der Film seit Donnerstag sehr einfach illegal abrufbar, was Sony Kritik einbrachte.

Der Ansturm auf die US-Kinos, die den Film nun zeigen, war enorm. Viele Vorstellungen waren am Donnerstag ausverkauft. Ob der Film in Deutschland und Österreich wie geplant Anfang Februar gezeigt wird, steht noch nicht fest.

 

Neuer Cyber-Angriff auf Sony

Eine neuerliche Hackerattacke mussten Sony sowie Microsoft zu Weihnachten hinnehmen: Zahlreiche Playstation- und Xbox-Live-Nutzer konnten sich nicht in ihren Spielenetzwerken anmelden.

Erste Kritiken von „The Interview“ fallen übrigens nicht gerade hymnisch aus. Der Film sei typischer Komödienklamauk, der die Aufregung im Vorfeld in keiner Weise rechtfertige. (awa)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2014)