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Ski alpin: Ein Kampf von oben bis unten

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Harald Steiner)
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Im ersten Abfahrtstraining in Bad Kleinkirchheim tasteten sich die Damen an die schwierige Strecke heran. Lindsey Vonn will trotz Erkrankung auf Rekordjagd gehen.

Bad Kleinkirchheim. Vor über zehn Jahren hat Bad Kleinkirchheim mit der Franz-Klammer-Abfahrt seinem berühmten Kärntner Sohn ein Denkmal gesetzt. Die Strecke ist technisch anspruchsvoll, der Klammer-Stich, ein 600 Meter langer Steilhang mit 35 Grad Neigung, verlangt auch den Profis Überwindung ab. „Da sind Kurven dabei, in denen man sich überwinden und das Herz in die Hand nehmen muss. Eine lässige Strecke“, sagte Elisabeth Görgl, die im ersten Training für die Abfahrt am Samstag (11.30 Uhr, live ORF eins) als beste ÖSV-Läuferin auf den sechsten Rang fuhr. Die Bestzeit ging an die Liechtensteinerin Tina Weirather.

Anna Fenninger belegte den neunten Platz und zeigte sich ebenfalls von der Piste angetan. „Es ist sehr hart, das macht es sehr, sehr schwierig. Für mich ist es sehr cool, so eine schwierige Abfahrt zu fahren“, erklärte die Salzburgerin. Der Klammer-Stich sei nicht einfach zu fahren und erst der Beginn eines Kampfes von oben bis unten. „Ich musste am Start ein bisserl grinsen, weil ich die Herausforderung mag“, gestand die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup. Auch Nicole Hosp (11.) wurde im Training keineswegs fad. „Sehr selektiv. Es wird da runter ganz schön was geboten“, meinte die Tirolerin, die mit Cornelia Hütter (20.) und Regina Sterz (14.) um die WM-Tickets fährt. Görgl und Fenninger, jeweils einmal Zweite, sind Fixstarter.

Einen ersten Eindruck von der Strecke holte sich auch Lindsey Vonn, die allerdings aufgrund einer Erkrankung nicht mit den Besten mithalten konnte und im Ziel über fünf Sekunden Rückstand aufwies. „Der Hals schmerzt, ich habe sehr viel Druck im Kopf und bekomme die Ohren nicht auf“, klagte die US-Amerikanerin, die zumindest ihr Gepäck bis auf eine immer noch vermisste Tasche bekommen hat.

Kurzfristig hatte sie sogar überlegt, das Training auszulassen. „Aber ich habe mir gedacht: Versuch es wenigstens und bekomm ein Gefühl für die Linie“, sagte Vonn. „Es war zwar kein gutes Skifahren, aber wenigstens weiß ich nun, wie sich der Kurs anfühlt. Deshalb war es wichtig.“ Schließlich könnte die 30-Jährige am Wochenende einmal mehr Geschichte schreiben: Nur noch ein Weltcupsieg fehlt ihr auf den Rekord von Annemarie Moser-Pröll, die bei 62 Erfolgen hält. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2015)