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Zwei Mädchen festgenommen

(c) www.BilderBox.com
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Eine Salzburgerin (16) und eine Oberösterreicherin (17) wollten nach Syrien reisen, um sich der Miliz Islamischer Staat anzuschließen.

Wien. Am Samstag wurden in Salzburg und Oberösterreich zwei Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren festgenommen, die auf dem Weg nach Syrien waren, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Der Staatsanwaltschaft Salzburg zufolge sollen sich die Minderjährigen als „Ehegattinnen für IS-Kämpfer“ angeboten haben. „Sie haben auch ein Heiratsversprechen abgegeben“, sagte Sprecher Marcus Neher am Sonntag.

Die beiden Mädchen wurden Ende Dezember in Rumänien bei einer Zugkontrolle aufgegriffen und zurück nach Österreich geschickt. Nach Auswertung des Falls kam es dann am Samstag zu den Festnahmen. Fest steht bisher, dass die 16-jährige Salzburgerin mit tschetschenischen Wurzeln, die am 29.Dezember von ihren Eltern als abgängig gemeldet wurde, Kontakt zu Jihadisten in Syrien hatte und die 17-jährige Oberösterreicherin über das Internet anwarb. Auch sie war seit dem 29.Dezember abgängig, eine Vermisstenanzeige wurde aber noch nicht aufgegeben. Zum ersten Treffen zwischen den beiden kam es erst im Zug nach Syrien. Wie lange die beiden schon in Österreich leben bzw. ob die Salzburgerin auch hier geboren wurde, konnte Neher am Sonntag nicht sagen. Die 17-jährige gebürtige Bosnierin sei jedenfalls österreichische Staatsbürgerin.

Die Mädchen wurden am Sonntag befragt und sollten im Lauf des Abends in die Justizanstalt Salzburg überstellt werden. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung. Laut Neher wird am Montag höchstwahrscheinlich bei beiden ein Antrag auf Verhängung der Untersuchungshaft gestellt. (kb)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2015)