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Stadtschulrat: 20 Fälle an Verfassungsschutz gemeldet

(c) Die Presse (Fabry)
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Verdacht auf Extremismus an Wiener Schulen. Seit Herbst hat der Stadtschulrat 20 Fälle an den Verfassungsschutz weitergegeben.

Seit dem Terror in Paris wurde an Wiener Schulen viel über die Vorfälle und Radikalisierung gesprochen. Aber das Thema Extremismus war freilich auch vorher schon sehr präsent und die Schulen sahen sich häufig mit Verdachtsmomenten gegen einzelne Schüler konfrontiert. Konkret gab es im laufenden Schuljahr bereits 20 kritische Fälle, die der Wiener Stadtschulrat an den Verfassungsschutz meldete.

"Wir kooperieren mit dem Verfassungsschutz. Wenn Fälle sich nicht nur im Bereich der Sorge bewegen, sondern es tatsächlich einen Verdacht gibt, geben wir sie weiter", heißt es aus dem Stadtschulrat.

Wie sollen die Schulen angesichts der aktuellen Lage verhalten? Vonseiten der Politik wird nun verstärkt der Ruf nach dem Unterrichtsfach Politischer Bildung laut, in dem Grundwerte wie Demokratie vermittelt werden sollen, wie "Die Presse" berichtete.

"Beratungsstelle Extremismus"

Es gibt mehrere Beratungsstelle (siehe unten), die Unterstützung anbieten. Seit 1.Dezember ist darunter auch eine unter der Obhut des Familienministeriums agierende „Beratungsstelle Extremismus“, an die sich sowohl Betroffene als auch Angehörige und eben auch Lehrer wenden können, die befürchten, dass sich Personen in ihrem Umfeld radikalisieren.

Insgesamt gab es seit der Gründung rund 100 Anrufe. Allein Montag und Dienstag sind es aber mehr als 15 Anrufe gewesen, sagt Verena Fabris, die Leiterin der Beratungsstelle, auf Anfrage der "Presse". Sie führt das einerseits darauf zurück, dass das Angebot bekannter wurde, andererseits auf die steigende Sensibilität in der Bevölkerung.

 

Beratung und Unterstützung

Wenn Lehrerinnen und Lehrer Probleme orten, die in Richtung Extremismus gehen, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten.

Hotlines. Die Beratungsstelle Extremismus richtet sich an das Umfeld potenziell Betroffener. Es gibt eine Telefonhotline (0800/202044). Das Bildungsressort hat eine eigene Infohotline eingerichtet, unter der Schulpsychologen Beratung anbieten: (0810/205220).

Online. Auf der Webseite der Beratungsstelle finden sich Antworten auf häufige Fragen (beratungsstelleextremismus.at). Die Stelle ist auch per Mail erreichbar: office@beratungsstelleextremismus.at.

(rovi/j.n.)