Werk: Mehr als nur ein Club
Das Werk ist eine alternative Kunst- und Kulturinitiative, die nicht nur einen Club, sondern auch einen Co-Workingplace mit einem Gemeinschaftsateliers beherbergt. Adresse: Spittelauer Lände 12, Stadtbahnbogen 331-333, 1090 Wien, www.daswerk.org.Hier im Bild: der neue Mainfloor wurde am 10. Jänner mit der hausgemachten Veranstaltung "Geil & Bogen" eingeweiht.
Sebastian Kainradl
Gegründet wurde das Werk im August 2006 von Stefan Stürzer. Die Idee für die Vernetzung der Wiener Nacht- und Kunstkultur kam ihm auf einer Reise durch Südamerika, wo er seine eigenen Malereien ausstellte. Im Bild: Werksdirektor Stefan Stürzer mit seinem Kollegen Benjamin Hötzendorfer vor dem Dachsbau.
Clemens Fabry (Die Presse)
Kern des Vereins ist es, Kunst und Kulturveranstaltungen zu erschwinglichen Preisen anzubieten und damit auch finanziell schwächer gestellten Menschen den Eintritt zu ermöglichen.
Clemens Fabry (Die Presse)
Seitdem Stürzer das Werk gegründet hat, bleibt ihm zwar keine Zeit mehr für seine eigenen kreativen Projekte, stattdessen bietet er in seinem "Dachsbau" - einem der vom Werk bewohnten Spittelauer Stadtbahnbögen - anderen Künstlern Platz zum Arbeiten.
Clemens Fabry (Die Presse)
Das Ziel sei es, als "Sprungbett für internationale und nationale Künstler zu agieren und eine Plattform für Ideen, Austausch-und Kunstprojekte zu bieten", lautet das Credo. Für dieses Engagement ist das Werk auch schon mehrmals ausgezeichnet worden.
Clemens Fabry (Die Presse)
Der "Dachsbau" hat seinen Namen übrigens von einer unübersehbaren Arbeit des belgischen Streetart-Künstlers Roa bekommen.
Clemens Fabry
Derzeit arbeiten zehn Künstler in dem Gemeinschaftsatelier: Brigitte Höfler (Grafikdesign), Simone Carneiro (Cross-Media-Künst), Sebastian Kainradl (Fotografie), Natasa Katalina (Malerei), Dagmar Rohm (Malerei), Albert Sackl (Filmemacher), Linda Strobl (Schauspielerei), Manuel Schröttle (Architektur), Karoline Sieberer (Möbeldesign), WauWau (Interdisziplinäre Kunst).Platz für weitere Kreative gibt es noch.
Clemens Fabry (Die Presse)
Einen eigenen Bogen bespielen die Visualkünstler 4youreye vulgo Gerald Herlbauer und Eva Bischof-Herlbauer. Ihr Portfolio ist breit: Live-Visuals im Clubkontext bis hin zu Großbildprojektionen, Video Mapping und Projektionen in künstlerischen Bereichen.
Clemens Fabry (Die Presse)
Ihre Projektionen waren bereits in zahlreichen Metropolen Europas, aber auch in China, Russland, Indien oder Malaysiern zu sehen.
Clemens Fabry (Die Presse)
Hier haben 4youreye den benachbarten Kletterturm am Donaukanal bespielt.
4youreye feat. Lichttapete at Kanalrattern
Das Werk wird heuer neun Jahre alt, schon zu Vereinsbeginn gab es die Idee, einen Kulturverein zu starten, der alles was es an Kunst und Clubkultur vernetzt. "Oben Ausstellung, unten Party", das war der konsequente Anfangsgedanke des Werks.
Clemens Fabry (Die Presse)
Vor der Bögen am Donaukanal war der Verein am Gürtel ansässig. Anrainerbeschwerden führten 2010 aber zum Supergau. Der Club im Keller wurde so streng plombiert, dass keine Clubs mehr möglich waren. Das Werk musste umziehen, um dem drohenden Konkurs zu entgehen.
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"Kunst und Kultur kosten Geld, die Clubs machen wir, damit wir uns tragen können. Wir haben Spaß daran, aber sie sind eine finanzielle Notwendigkeit", beschreibt Stefan Stürzer seinen Zugang zur Party.
Clemens Fabry (Die Presse)
Trotzdem läuft der Club gut. "Die Leute kommen nicht, weil wir den allergeilsten Sound in Wien haben, da gibt es andere in Wien, die Tausende Euros in ihre Anlage gesteckt haben. Das Werk ist anders, das fängt schon bei der Türpolitik an, wir pflegen einen familiären Umgang mit unseren Gästen," so Stürzer.
Clemens Fabry (Die Presse)
Nach den Krisenjahren, sieht es mittlerweile wieder besser aus. "Jetzt überlebt das Werk. Wir machen das alles ja auch nicht, damit wir reich werden. Jeder nimmt sich im Monat 1000 Euro raus und damit kommen wir aus", so Werksdirektor Stürzer.
Clemens Fabry (Die Presse)
Die nächsten Veranstaltungen finden Sie >> hier. Im Anschluss sehen Sie noch ein paar Impressionen aus dem Dachsbau.
Clemens Fabry (Die Presse)
DIY-Räume werden von alten Beleuchtungs-Klassikern aufgewärmt.
Clemens Fabry (Die Presse)
Ein Modell des Architekten Manuel Schröttle.
Clemens Fabry (Die Presse)
Die Werkbank der Malerinnen.
Clemens Fabry (Die Presse)