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Franken-Kredite: Österreich EU-weit an erster Stelle

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Kein anderes EU-Land kann Österreich bei der Höhe der Franken-Kredite das Wasser reichen. Ein Großteil der Darlehen ging an Private.

Bei Franken-Fremdwährungskrediten hat Österreich in der gesamten EU die Nase vorn. Die absolute Höhe der von heimischen Banken in Schweizer Währung vergebenen Ausleihungen an Nicht-Banken ist hierzulande mit 35,6 Milliarden Euro unter allen Ländern am höchsten, dicht gefolgt von Polen mit 34,0 Milliarden Euro. Insgesamt beträgt das Volumen der Kredite an Nicht-Banken in Österreich rund 315,5 Milliarden Euro.

In Deutschland mit zehnmal soviel Einwohnern sind nur 14,9 Milliarden Euro an Franken-Krediten "draußen" (siehe Grafik). All diese Ausstände haben sich nun durch die Franken-Aufwertung schlagartig verteuert.

Kredite in Schweizer Franken
(c) APA

Franken-Kredite erfreuten sich bis zum Einschreiten der FMA im Jahr 2009 vor allem bei Häuslbauern großer Beliebtheit, regional gesehen am höchsten ist die Dichte in Vorarlberg und Tirol. Zuletzt waren noch knapp 154.000 Haushalte betroffen. Die Vergabe von Fremdwährungskrediten an Privatpersonen sind heute bis auf wenige Ausnahmen verboten.

25 Milliarden Euro an private Haushalte

Rechnet man von der Österreich-Gesamtsumme von 35,6 Milliarden Euro die Darlehen an Gebietskörperschaften (darunter zum Beispiel die Stadt Wien) und NGOs weg, bleiben laut Nationalbank rund 29,5 Milliarden Euro. Davon entfällt mit 24,9 Milliarden Euro der Löwenanteil auf Kreditvergaben an Privathaushalte, der Rest auf Unternehmen.

13,7 Milliarden Euro an Franken-Krediten haben österreichische Banken zusätzlich in Ost- und Südosteuropa vergeben. Allein 4,3 Milliarden entfallen auf Ungarn. Die Ratingagentur Moody's schätzt das ausstehende Franken-Fremdwährungskreditvolumen bei der Bank Austria mit 13 Milliarden Euro am höchsten ein (siehe Grafik).

 

Moody's: Negativ für Österreich Rating

Die Freigabe des Franken-Wechselkurses wirke sich auch auf die Kreditwürdigkeit der österreichischen Banken negativ aus, schreibt die Moody's in einem aktuellen Kommentar. Denn auf die Schuldner kämen durch den aufgewerteten Franken härter Zeiten und höhere Kreditkosten zu, so die Ratingagentur.