Mehr Geld für Abwrackprämie in Deutschland

Abwrackprämie wird verlängert
Abwrackprämie wird verlängert(c) AP (Uwe Lein)
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Die Abwrackprämie hat den Autoabsatz in Deutschland beflügelt, nun soll mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Aus den Chefetagen der Autobauer kommen aber auch kritische Töne zu diesem Vorhaben.

In Deutschland wird die Abwrackprämie für ältere Autos ausgebaut. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier. Einzelheiten über das zusätzliche Volumen seien noch nicht festgelegt worden. Einigkeit bestehe darin, dass die Abwrackprämie in jedem Fall nur bis Ende des Jahres 2009 gezahlt werde.

Autohersteller uneinig - VW dafür

Die großen deutschen Autobauer sind in der Frage einer Verlängerung der "Abwrackprämie" uneins. Denn von ihr profitieren vor allem Massenhersteller wie VW, Opel und Ford, weniger Hersteller von Luxusautos wie BMW und Daimler. Daher sprach sich auch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn erneut für eine Aufstockung der Finanzmittel aus. Winterkorn hofft sogar darauf, dass die Prämie in weiteren europäischen Ländern eingeführt wird.

Daimler dagegen

Daimler-Chef Dieter Zetsche dagegen warnte vor einer Aufstockung der Verschrottungsprämie: "Nach der Abschaffung der Abwrackprämie folgt ein Absatzeinbruch, das hat man in anderen Ländern gesehen. Deshalb halte ich es nicht für sinnvoll, diese Prämie zu verlängern", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

Kritik vom Einzelhandel

Auch der Branchenverband des deutschen Einzelhandels kritisiert die Aufstockung. "die Autobranche wird mit Milliardenbeträgen subventioniert - zulasten des Einzelhandels", so ihr Sprecher, Hubertus Pellengahr. Denn ein Großteil des Geldes würde an ausländische Hersteller fließen. Er sprach sich für eine allgemeine Steuersenkung aus, um den Konsum gesamt anzukurbeln.

1,5 Milliarden für 600.000 neue Autos

Insgesamt reicht der mit 1,5 Mrd. Euro ausgestattete Topf für 600.000 Neuwagen. Das für die Abwicklung der Anträge zuständige Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) erwartet bis zum Ende dieser Woche 350.000 Anträge, am Mittwoch waren es bereits 346.741. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rechnet vom Montag an binnen Tagen mit einer Flut von bis zu 250.000 weiteren Anträgen. Damit könnte der Prämientopf bereits vor Ostern leer sein.

(Ag./Red.)

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