Schnellauswahl

Laab im Walde: Aus dem Stand zur Absoluten

Erstes Antreten beschert Liste gleich den Bürgermeister.

Laab im Walde/Wien. Von wegen Wahlfeier: Am Montag musste der Arzt und Feuerwehrkommandant Peter Klar 24-Stunden-Dienst im Spital in St. Pölten machen, die Wahlnachbesprechung folgt heute, Dienstag. Er hat mit der Liste „Miteinander für Laab“ (MfL) im Wienerwald ein Kunststück geschafft. Erst im Dezember stand die gemeinsame Liste ehemaliger ÖVP-Gemeinderäte mit Grünen und SPÖ-Anhängern fest. Am Sonntag holte sich MfL mit zehn von 19 Mandaten auf Anhieb die absolute Mehrheit im Gemeinderat des 1200-Seelen-Ortes unweit der Westautobahn.

Das Nachsehen hatte die ÖVP, wo Langzeitbürgermeister Peter Wimmer ein Vierteljahrhundert im Amt war. Gegen dessen dorfkaiserliches Gehabe hatte sich die neue Plattform formiert. Das Miteinander im Listennamen war Hauptprogrammpunkt.

Die ÖVP-Bürgermeister Kurt Staska (Baden) und Stefan Schmuckenschlager (Klosterneuburg) müssen sich nach Verlusten erst Mehrheiten suchen. Vor allem Schwarz und Rot geben in Niederösterreichs Gemeinden dennoch weiter den Ton an. In 434 der 570 Gemeinden hält die ÖVP (samt Listen) die Mehrheit, in 126 die SPÖ, in zehn Gemeinden haben andere Listen – wie in Laab im Walde – die Nase vorn.

 

Blaue Hochburg am Wechsel

Die Mehrheiten haben in 24 Gemeinden gewechselt, 13 Mal von der SPÖ zur ÖVP, dreimal umgekehrt. In acht Orten waren Listen beim Mehrheitswechsel beteiligt.

Die FPÖ-Hochburg mit 34,5 Prozent liegt nun in St. Corona am Wechsel (Bezirk Neunkirchen), besonders stark waren die Blauen auch in Obritzberg-Rust im Bezirk St. Pölten und in Blindenmarkt (Bezirk Melk). Die Grünen waren speziell im Bezirk Mödling erfolgreich. In Breitenfurt bei Wien schafften sie mit 31,2 Prozent ihr bestes Ergebnis, in Mödling kamen sie auf 23,8 Prozent, in Biedermannsdorf auf 21 Prozent. Die Neos, die in 43 Kommunen erstmals angetreten waren, schafften in Summe 36 Mandate. Ihre Hochburg liegt in Pyhra im Bezirk St. Pölten mit 18,1 Prozent. (ett/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2015)