Aktuell hat der Immobilienentwickler 624 Millionen Euro in Projekte investiert - vor allem in Deutschland und Österreich. Heuer startet 6B47 zudem mit einem Wohnprojekt in Polen.
Der Immo-Entwickler 6B47 Real Estate Investors AG peilt für heuer, fünf Jahre nach der Gründung, einen Rekord an Objekt-Verkäufen an. Laut CEO Peter Ulm will man 2015 ein Volumen von 250 Mio. Euro lukrativ abstoßen, die Investoren erwarten sich zehn bis 15 Prozent Rendite pro Jahr. Momentan hat man 624 Mio. Euro in Projekten in Deutschland und Österreich stecken, heuer geht man auch nach Polen.
Aktuell verfolgt das Unternehmen 25 Projekte, davon 22 im Wohnbau mit insgesamt 2360 Wohnungen. Vor allem in Deutschland ist 6B47 ("six before seven") in diesem Segment aktiv; der Mietwohnungsmarkt ist dort teurer als in Österreich, der Eigentumsmarkt - außer in München - billiger als bei uns. Entsprechend werden die Investitionen getätigt. Insgesamt hat der Immo-Developer 90.000 m2 in Bau, 157.000 m2 in Entwicklung, und laut Ulm steht dahinter noch eine Akquisitions-Pipeline mit weiteren mehr als 100.000 m2.
Am Immobilien-Markt sehe er weder eine Verlangsamung noch eine Blase, sagte der Vorstandschef am Dienstag in einem Pressegespräch. Der Preisanstieg habe sich jedoch eingebremst. Auch am Wohnungsmarkt würden die Bäume nicht in den Himmel wachsen: "Die Menschen haben nur ein begrenztes Budget, daher geht es uns um einen 'wirtschaftlichen Wohnbau'." Der Immo-Markt per se sei nicht unberechenbarer geworden, aber der Finanzmarkt.
Baubeginn für Wohnimmobilie in Warschau
In Polen startet 6B47 heuer, nach zwei Jahren Überlegung. Den Markt schätzt man als liquide und entwickelt ein, man will dort aber nur in die großen Städte gehen. Für das erste Projekt, eine Wohnimmobilie in Warschau mit 8800 m2 bzw. 148 Appartements für 15 Mio. Euro, ist der Baubeginn im zweiten Quartal geplant. Neben Wien und Düsseldorf ist Warschau nun dritter Standort der Gruppe, ein lokaler Partner ist mit 25 Prozent beteiligt. Zwei, drei weitere derartige Projekte habe man bereits in Prüfung, so Ulm.
Projekte in Wien
In Wien wird unter dem Titel "Philipp's" das ehemalige sogenannte "Philipshaus" an der Triester Straße am Wienerberg aus den 1960er-Jahren umgestaltet. Zur Verfügung stehen 11.500 m2 Nutzfläche, Fertigstellung soll im dritten Quartal 2016 sein, die Investitionskosten sind auf 30 Mio. Euro veranschlagt. Das äußere Bild des weithin sichtbaren markanten Gebäudes an der Südautobahn-Einfahrt nach Wien bleibt laut Ulm erhalten, das frühere Bürohaus steht unter Denkmalschutz.
Zu dem im Vorjahr für 26,5 Mio. Euro von einem deutschen Fonds erworbenen Objekt in der Nordbergstraße 15 in Wien will 6B47 heuer gemeinsam mit der Stadt Wien die neuen Nutzungszonen festlegen; der Komplex verfügt über 20.000 m2 Fläche in vier Teilen, die erst saniert werden müssen.
In der Kolingasse in Wien 9 entstehen in einem früheren Volksbanken-Gründerzeit-Gebäude (mit Büronutzung) auf ca. 4000 m2 Nutzfläche 25 Wohnungen (mit fast gleichviel Stellplätzen) für 33 Mio. Euro. Davon seien nur zwei als "Luxuswohnungen" anzusehen, von den rund 800 von 6B47 in Wien nicht mehr als sechs Stück (die anderen vier in der Beatrixgasse), so Nitsch. Was eine Luxuswohnung einer Mio. Euro aus.
Info 6B47 Real Estate Club:
Das Geld für die Projekte stammt jeweils zu je 25 Prozent von der 6B47 selbst und zu drei Viertel von Mitgliedern des 6B47 Real Estate Club, der mittlerweile fast 150 Mitglieder zählt und demnächst erstmals auch in Deutschland offiziell um betuchte Interessenten buhlen wird. Ein Mindestinvestment von 250.000 Euro ist die Eintrittskarte. Von den aktuell 147 Mitgliedern hätten 80 bereits tatsächlich investiert, insgesamt steckten derzeit 81,5 Mio. Euro Club-Geld in Projekten, sagte Vorstandsdirektor Sebastian Nitsch. Die Gesellschaften seien KG und GmbH nach heimischem Recht und keine Steueroasen-Konstruktionen, betonte er. Zudem erhalte der Investor vierteljährlich Berichte, "er ist im Firmenbuch der Gesellschaft, die im Grundbuch steht". Je ein Viertel der investierten Beträge sei "hurt money" der Immo-Gruppe selbst.
(APA/red)