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Ärzte warnen vor Versorgungsengpass bei Krebspatienten

Schild Arzt
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Das neue Arbeitszeitgesetz werde die notwendigen Therapien erschweren.

Wien. Bei den Krebs-Überlebensraten ist Österreich europaweit an der Spitze. Doch die dafür notwendige Forschung, Lehre und Patientenbetreuung sind durch das neue Ärztearbeitszeitgesetz gefährdet. Kranke werden auf Diagnose und Therapie warten müssen, der Zugang zu den modernsten Therapien erschwert, warnten am Dienstag führende Onkologen bei einer Pressekonferenz in Wien.

Allein die Mediziner an der Wiener Universitätsklinik tragen jährlich ein Prozent zum Wissenszuwachs in der weltweiten Krebsforschung bei. Bei fehlenden Ressourcen werde Österreich „in Provinzialität“ versinken.

 

Lungenkrebsrate bei Frauen steigt

Am Dienstag wurde von der Statistik Austria auch das neue Krebsregister veröffentlicht. Demnach ist der Anstieg der Lungenkrebserkrankungen von Frauen in Österreich alarmierend. Heute erkranken fast doppelt so viele Frauen an Lungenkarzinomen wie vor 20 Jahren. Eine Besserung ist nicht zu erwarten. Eine erstmals erstellte Krebsprognose lässt eine weitere Verdopplung bis 2030 befürchten.

Pro Jahr werden bei Frauen rund 1600 Neuerkrankungen an Lungenkarzinomen verzeichnet. Bei den Männern sind es mit rund 2700 Fällen noch immer deutlich mehr. Die im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellte Prognose zeigt aber, dass die Neuerkrankungen an Lungenkrebs bei Männern bis 2030 kaum mehr ansteigen werden. 2020 werden demnach 2948 Fälle pro Jahr prognostiziert, 2030 sollen es 2958 sein. Bei Frauen hingegen dürfte es im Jahr 2030 um 250 Lungenkrebserkrankungen mehr als bei Männern geben, nämlich 3208. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2015)