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SPÖ-Gemeinderat will 30 Prostituierte von Wahlen ausschließen

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Hohenthurn-Bürgermeister: Als EU-Bürger sind die Frauen wahlberechtigt.

Hohenthurn. 30 Prostituierte sollen in der Kärntner Gemeinde Hohenthurn von den Gemeinderatswahlen am 1.März ausgeschlossen werden, fordert der lokale SPÖ-Chef, Thomas Galle. Es handelt sich um EU-Ausländerinnen, die zum Stichtag im örtlichen Bordell gemeldet waren und daher nach Kärntner Wahlordnung wahlberechtigt sind. Ihretwegen ficht die Hohenthurner SPÖ nun die Wählerliste an, berichtete die „Kleine Zeitung“ am Dienstag.

In den kommenden Tagen wird die Gemeindewahlbehörde über den SPÖ-Antrag entscheiden. Insgesamt sind 711 Einwohner der 823-Personen-Gemeinde wahlberechtigt. Galle befürchtet daher „eine massive Verschiebung der tatsächlichen politischen Verhältnisse“, sollten die Prostituierten wählen dürfen. Denn 30 Stimmen entsprächen einem von elf Mandaten im lokalen Gemeinderat. Galles derzeitiger Kollege im Gemeinderat, Heinrich Krivitsch, unterstützt die Forderung nicht. Personen, die als Bürger Österreichs oder der EU wahlberechtigt seien, dürften nicht von Wahlen ausgeschlossen werden. „Im Grunde ist es eine Diskriminierung, wenn ich sage, jemand, der in dem Gewerbe tätig ist, hat kein Wahlrecht“, sagt auch ÖVP-Bürgermeister Florian Tschinderle. Derzeit seien nur noch zwölf der 30 Frauen in dem Hohenthurner Bordell. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.01.2015)